Ueber das Vorkommen des Phytosterins. Von Dr. Heinrich l’aschkh in Wien. (Aus dem Laboratorium des H»*rru Professor K. Ludwin). (Der ltcdaktiou zug<>gangen am 3. April 18K1). Boi der Darstellung des Colchiçins aus gepulverten Coleb icumsamen wird durch Verdünnen der concentrirteii alkoholischen Tinctur mit Wasser eine ziemlich bedeut emlc Menge von Fett ausgeschieden. Durch Filtration gewoiiimii, wur.’e dasselbe durch Auflösen in Aether und Verdunsluu/ des letzteren gereinigt. Es stellt eine halbflüssige, braun*' Masse mit darin vertheilten Krystallcn dar. Diese letzteren bestanden fast nur aus freien Fettsäuren. Sie wurden oft aus heissem Alkohol umkrystallisirt, und mit alkoholischer Kalilauge verseift; die von Alkohol freie Seife wurde in % Wasser gelöst und mit Aether ausgeschüttelt. Nach dem Ver¬ dunsten des Aethers blieb eine sehr geringe Menge einer krysfallinischcn, wachsartigen Masse, welche mit Chloroform und Schwefelsäure die bekannte Cholesterinreaktion gab. Das flüssige Fett wurde ebenfalls verseift und die wäs¬ serige Seifenlösung mit Aether ausgeschüttelt. Der ätherische Auszug hinterliess nach dem Verdunsten eine weit grösser»1 Menge des gedachten Körpers: eine gelbliche, krystallinwhc Masse, welche durch oftmaliges Umkrystallisiren aus heissem Alkohol gereinigt wurde. Aus diesem krystallisirt der Körper in perlmutterglänzenden, fettig anzufühlenden Blättchen, welche Krystallwasser enthalten, aus Chloroform oder Aether in seide- glänzenden, wasserfreien Nadeln. Bei 133° schmilzt er zu einer farblosen Flüssigkeit, welche beim Erkalten kristal¬ linisch erstarrt.