167 sammten Glycogengehalt in reiner Form aus Organen und Flüssigkeiten gewinnen. Ich will zunächst die Methode der Darstellung beschreiben und dann die Modifikationen für die quantitative Bestimmung anschliessen. Darstellung des G-lyeogens. Die Gewinnung des Decocts geschieht in gewöhnlicher Weise mit bekannten Gautelen. Als besonders wichtig möchte ich jedoch hier noch hervorhehen, grosse Sorgfalt auf mechanische Zerkleinerung der Organe zu verwenden. Hat man eine Leber bis zum Verschwinden der Jodreaktion ausgekocht und bringt den Brei dann noch einmal in die Reibschale, so liefert das Auskochen wieder nicht unbedeu¬ tende Glycogenmengen. Eine etwas grosse Wassermenge braucht man bei meinem Verfahren nicht zu fürchten, da sie für die Ausfällung des Glycogens nicht störend ist, also auch nicht durch Abdampfen entfernt zu werden braucht. Ein grosser Theil des Glycogens scheint in ähnlicher Weise im Protoplasma gebunden zu sein, wie das thierische Gummi im Mucin mit Globulinsubstanz. Alles was auf Globuline zerstörend und lösend einwirkt, erleichtert deshalb die voll¬ ständige Gewinnung sehr. Säuren und stärkere Alkalien sind aus bekannten Gründen zu vermeiden. Eine geringe Menge Natronlauge dem extrahirenden Wasser zugesetzt erleichtert, ohne merklich zu schaden, den Prozess jedoch sehr. Kochen bei erhöhtem Drucke (Papin’scher Topf) beschleunigt auch die Extraktion sehr. Die vereinigten colirten Extrakte werden in einer Schale auf freiem Feuer zum Sieden erhitzt, mit einer kleinen Menge essigsauren Zinks versetzt und bis zur vollständigen Coa¬ gulation des Eiweisses im Sieden erhalten. Enthält die Flüs¬ sigkeit freie Natronlauge, so ist diese vorher möglichst zu neutralisiren. Es kommt einzeln vor, dass das Eiweiss in Folge zu sauren Zinkacetats sich nicht gleich gut absetzt. In diesem Falle füge man vorsichtig zu der siedenden Flüs¬ sigkeit etwas kohlensaures Natron, und das Eiweiss wird sich in grossen Flocken abzuscheiden beginnen. Selbst der