Ueber die Methoden der quantitativen iodbestimmung im menschlichen Harne. ' Von Ericli Harnaclq Professor in Halle. (Der Redaction zngegangen am 14. November 1883.) Bei Gelegenheit einiger Untersuchungen über die Jod¬ ausscheidung im Harne nach der Anwendung des Jodoforms, welche ich gemeinsam mit Herrn Dr. J. Gründler1) aus- geführt habe, war ich genöthigt, mich mit den Methoden der quantitativen Jodbestimmung etwas eingehender zu be¬ schäftigen. So leicht nun auch unter anderen Umständen eine solche Bestimmung sein kann, so verursacht doch die gleichzeitige Gegenwart zahlreicher anderer Substanzen, welche den Harn zusammensetzen, auch hier einige Schwierigkeit. Bei unseren eigenen Untersuchungen haben wir das Jod quantitativ immer nur nach dem Verbrennen des Harns be¬ stimmt, zumal bei den Vergiftungsfällen, auf welche es uns besonders ankam, die Mengen des Jodalkalis im Harn zu geringe waren, um quantitativ bestimmt werden zu können, während andererseits die gesammten Jodmengen im Harn keineswegs unerhebliche waren. Es kann aber unter Um¬ ständen doch von Interesse und von Wichtigkeit sein, die Mengen der Jodide im Harne selbst mit Genauigkeit bestimmen zu können, und ich erlaube mir daher, meine in dieser Hin¬ sicht gesammelten Erfahrungen hier im Zusammenhänge kurz mitzutheilen, in der Hoffnung, dadurch vielleicht manchem Anderen unnöthige Arbeit ersparen zu können. D Vgl. J. Gründler: Ueber die Form der Ausscheidung des Jodes im menschlichen Harn nach äusseiücher Anwendung des Jodo¬ forms. Dissertation. Halle, 1883; sowie Harnack und Gründler: Berliner klinische Wochenschrift 1883, Nr. 47.