lieber Fäulnissprodukte im Fötus. Von Dr. B. Demant. (Aus il»'m physiologisch-rheinisch«1» Institute in StrMttbiirg). (Der Redaction zugegangen am 5. August 1880)4 Im Laufe des Sommersemesters 1880 bot sieh die Gelegenheit, einen völlig frischen wohlerhaltenen menschlichen Fötus von ungefähr 7—8 Monaten zu untersuchen. Auf den Rath des Herrn Prof. Hoppe-Seyler richtete ich meine Untersuchungen auf das Vorkommen von Fäulnissprodukten in demselben. - Das Verfahren war folgendes: eine Hälfte (die untere) des Fötus wurde fein zerkleinert, mit Wasser extrahirt, mehrere Male umgerührt und dann durch Leinwaihfifiillrirt, das Filtrat wurde sofort auf freies Feuer gebracht und ein •Theil davon abdestillirt. Im erhaltenen Destillate konnte mit Millon’schem Reagens sehr deutlich Phenol naclijgewieseu werden (kirschrothe Färbung); ein anderer Theil des Destillats wurde mit HCl angesäuert, bis zur Trockene eingedampft, der Rückstand mit Alkohol aufgenommen und darin mit alkoholischer Chlorplatinlösung versetzt, wobei ein reichlicher gelber Niederschlag entstand; in einer dritten Portion des Destillats wurde nach Indol gesucht, aber vergeblich. Ein Theil der im Kolben nach der Destillation zurückgebliebenen Flüssigkeit wurde zum Nachweis von Peptonen benutzt, wobei mit der Biuretreaktion sicher Peptone nachzuweisen waren, - es ist unwahrscheinlich, dass dieselben erst beim Kochen sich gebildet hätten —; der andere Theil wurde ab- iiltrirt und zuerst mit neutralem und dann mit basischem Bleiacetat gefällt, das überschüssige Blei durch SH* entfernt, das Filtrat zum dünnflüssigen Syrup eingedampft und der