Ueber Glykosamin. Von Georg Ledderhose. (Der Redaction zugegangen am *.»6. Januar). In einer fr filieren . Mitthèiluiig1) wies ich nach, dass beim Kochen dos Chitin mit concentrirter HCl ein Ainido- Kohlehydrat das salzsaure Glykosamin ~ und Essigsäure als einzige Spaltungsprodukte erhalten werden. Bekanntlich sind der chemischen Untersuchung des, Chitin durch dessen ausserordentliche Widerstandsfähigkeit sehr enge Grenzen gesteckt, und so konnte nur noch für die concentrirte II* S04 eine Spaltung in Essigsäure und ein Kohlehydrat — entsprechend den Versuchen von Ber t helo t9) u. A. — testgestellt, die Uebereinstimmung des letzteren «iber mit Glykosamin nur sehr wahrscheinlich gemacht werden. Durch andere energisch wirkende Reaktionen* wie Schmelzen mit Aetzkali und Erhitzen mit massig starker UNO., wurde wenigstens auch die Bildung von Essigsäure konstatirt. Nach der bisher für das Chitin gebräuchlichen Formel wai eine Spaltung in Glykosamin und Essigsäure nicht leicht zu erklären, und da schon Bütschli und Emmerling8) durch neue Stickstoffbestimmungen die Richtigkeit der älteren Formel in trage gestellt hatten, so unterwarf ich die pro- centische Zusammensetzung des Chitin einer erneuten ’Unter¬ suchung. Ich erhielt für den Stickstoffgehalt den Bütschli’schen Angaben entsprechende Resultate und kam dann, unter Berücksichtigung einer grösseren Anzahl von Kohlen-Wasser- stoffbestimmungen und der über die Spaltungsvorgänge gesammelten Erfahrungen zu Aufstellung folgender Formel als der wahrscheinlichsten für das Chitin: Gib H2# Na Ü10. — - ! t . " . ' » » ') Zeitschr. f. physiol. Chemie. B«l. II. S. 213 ,ii. ff *) Compt. rend., Bd. 47, S. 227 u. ff. *) Du Bois u. Bei chert's Archiv 1874. S. 362 ù. ff.