Spaltung von Tyrosin durch Fäulniss1). \*»u Dr. Th. Wej'l, Assistenten am physiolog. Institut zu Erlangen. (Au» <l«?r rheiiiistehen AMhtiluux des physiol«»xisehen Instituts zu Berlin.) (Der ltedaetion zu^exanxeu am 1». Juli.) llt'ii I lotessoi L. B;iminciiiii“) fand nach sechstägiger Digestion von Fibrin mit Wasser und Pankreas bei LO" im Destillate der laulenden Flüssigkeit eine Substanz, welche er nach ihrem Verhalten gegen Eisenchlorid, gegen Ammoniak und Chlorkalk, endlich gegen Bromwasser als «Phenol» be- zeichnete. Es lag der Gedanke nahe, dass dies «Phenol» nicht primär aus dem Eiweissmolecül, sondern erst secundür durch weitere Zerlegung des hei der Fäulniss der Eiweiss- körper gebildeten Tyrosins abgespalten sei. Für die Richtig¬ keit dieser Anschauung, welche indessen durch die damaligen Versuche keine Bestätigung8) fand, sprach die Constitution des Tyrosins und die Möglichkeit aus Tyrosin beim Erhitzen mit Aetzkali Phenol abzuspalten. Ich habe daher auf Vorschlag des Herrn Prof. Dr. E. Baumann und mit gütiger Unterstützung desselben diese Frage von Neuem aufgenommen. Meine Versuche., deren Bedingungen von denen, welche Herr Baumann früher ge- wählt hatte, durchaus verschieden waren, haben zu einem positiven Resultate geführt. Als Laulnkserreger (Ferment) diente mir Cloaken- schlamm4), den ich aus der Pauke, einem Nebengewässer der Spree, bezog. Derselbe erwies sich bei oftmaliger Prüfung vor dem Gebrauche frei von Indol und Phenol. Auch nachdem er verschieden lange Zeit (2—14 Tage) mit Wasser bei Körper- *) Nach einer «1. med. Fak. zu Erlangen vorgel. Habilitationsschr. *) Zeitschr, f. physiol; Chemie I, 63 (1877). *» A. a. O., 1, (m (1877). *} \gl. Popoff: Pflügers Archiv X. IP» (1875) und Brieger: Zeitschr. f. physiolog. Chemie III, 1.{(» (187h).