Weitere Beiträge zur Physiologie des Tastsinnes. 373 net werden, wenn man jeden sensiblen Punkt mit seinem Localzeichen als ein einfaches Raumelement betrachtet. Ihr Durchmesser bedingt wesentlich die Schärfe des räumlichen Wahrnehmungsvermögens. In gewisser Beziehung hängt jedoch die Feinheit desselben auch von den so zu sagen mechanischen Verhältnissen der sensiblen Punkte an der Peripherie ab s. unten über die »Irradiationskreise« § S ad 2 . 7. Die Anordnung der Empfindungskreise, welche, wie gesagt, je nach der Hautregion eine bestimmte Anzahl von mehr oder weniger gedrängt stehenden sensiblen Punkten umfassen, muss man sich er¬ füll rungsgemäss unter dem Bilde von unendlich vielen Kreisen oder Ellipsen1) denken, welche sich so interferiren, dass ihre Mittelpunkte die ganze Hautoberfiächc stetig erfüllen2 . Ich übersehe hierbei nicht, dass die sensiblen Punkte — soweit unsere histologischen Daten reichen — durch unempfindliches Gewebe getrennt sind. 8. Die durch die Empfindungskreise repräsentir- teu Raumeinheiten höherer Ordnung fallen insoweit zusammen, als sicli die Empfindungskreise interfe¬ riren. Die Elemente unseres subjectiven Raumbildes correspondiren eben genau — auf eine vorläufig unerklärbare Weise — mit den fixen, geometrischen Verhältnissen der sensiblen Punkte an der Peripherie. 1). Auf der Mosaik der sensiblen Hautpunkte und der Empfind ungs kr eise können sich die Gestalten, Entfernungen und Bewegungen der wahrzunehmenden Tastobjecte gleichsam ab bi Iden: und die Seele wird ver¬ möge dieser bestehenden Einrichtung in den Stand gesetzt, die r ä u m 1 i c h e n B e z i e h u n g e n der die Haut treffenden Reize aus ein¬ ander zu halten und aiizuschaucn. lo. Concentration der Aufmerksamkeit undUebung des Tastorgans endlich können das Wahrnehmungs¬ vermögen für die Unterschiede der den sensiblen Punkten eigenthümlichen Localzeichen ansehnlich schärfen. Auch von der (durch Karcotica u. s. w.) variablen Disposition der Centralorgane ist die Feinheit der Abstufung des Sy¬ stems der Localzeichen und somit die Grösse der Durchmesser der Empfindungskreise abhängig. 1 Vielleicht auch unregelmässig begrenzten Flächen ? - Jeder sensible Punkt gehört daher vielen Einpfindungskreisen an, nimmt aber in jedem derselben eine andere relative Lage zum Mittelpunkte ein.