Weitere Beiträge zur Physiologie des Tastsinnes. 371 die Existenz der Nervenplcxus in der Froschinuit verleitet wurde. Ja selbst die Negation der berührten Weber’scIicu Annahme, welche ich noch in meinen letzten Mittheilungen festhalten zu müssen glaubte, lasse ich hiermit als nicht hinreichend begründet und als unwesentlich für meine Theorie fallen1 . 2. Jeder sensible Punkt, welcher in Erregung ver¬ setzt wird, theilt derselben eine eigen th tim liehe Fär¬ bung, ein »LocalZeichen« mit, welches ein bestimmtes Glied eines stetig abgestuften Systems von Local¬ zeichen ist. Hierbei müssen wir cs mm wieder völlig unentschieden lassen, worin diese Localzeichen eigentlich bestehen vgl. Lotze, Med. Psy¬ chologie, Cap. -1. S. 325 und halten nur fest, dass jeder sensible Punkt mit seinem Localzeichen ein einfaches Element unseres inneren Raumbildes repräsentirt. Es wäre freilich auch noch denkbar, dass selbst ein einzelner sensibler Punkt —als ob er gleichsam aus mehreren zusammen¬ geschmolzen wäre —je nach der Richtung etwa, in welcher der Tast¬ reiz auf ihn einwirkt, verschiedene Localzeichen vermitteln und demgemäss auch mehrere einfache Raumelemente repräsentireu könnte, oder dass im Gegenthcile zur Herstellung eines Localzeichens die Erregung mehrerer Punkte nothwendig sei. Dies bleibe jedoch bei unserer gegenwärtigen l’nkenntniss der Nervenprocesse völlig dahin¬ gestellt — so wie auch die Frage, ob die zu einer Stammfaser gehörigen sensiblen Punkte ihrer Erregung nur absolut gleiche oder verschiedene Localzeichen mitzutheilen im Stande sind-? 3. Die Feinheit der Abstufung des Systems der Localzeichen scheint mit der relativen Anzahl der seu- si b 1 en Punk t e un d N e r v e n f ib r i 11 e n i n d en v e r s ch i e de n e n Regionen der Haut correspondu-end zu fallen und zu steigen: doch können wir jene mit dieser vorläufig in keine andere Beziehung bringen, als dass eben Beide die Feinheit der Abstufung der Localzeichen, wie die relative Anzahl der sensiblen Punkte wesentlich durch die nun einmal bestehenden, aber noch nicht näher erkennbaren und zu bezeichnenden, correspondirenden Verhältnisse des centralen und des peripherischen Nervensystems begründet sind. i Durch das Gesagte und indem ich noch hinzufiige, dass ich den gereizten Tun, zu dem ich mich hinreissen liess. lebhaft bedaure, glaube ich ein in meiner früheren Mittheilung S. 343, Anmerkung an dem grossen Physiologen begange¬ nes Unrecht wieder gut gemacht zu haben. 24»