455 Kaninche n. Ein kräftiger Kanjnchenbock wurde durch einen Aderlais an der Karotis getödtet. Sogleich nach dem Tode unterfuchten wir die Zeugungstheile. Rode. Der Hude wurde verfchiedentlich durch- fchnitten. Die austretende Fliiffigkeit wurde verdünnt, und zeigte unterm Mikrofkop eine Menge Thierchen, die lieh fehr fchnell bewegten, und, gleichviel, aus welcher Stelle des Hoden lie genommen wurden, die- felbe Gröfse und Geftalt hatten. Sie lind Aalähnlich, haben einen rundlichen, länglichen, platten Kopf, zugefpitzten Schwanz und die Länge von o 040 Millim. Wenn ihre Bewegung biofs von Anziehung und Ab- ftofsung herrührte, fo würden ne fich im Ganzen be¬ wegen, allein ihr Schwanz macht (chuelle und ab- wechfelnde Biegungen, die offenbar fortfehreitende Be¬ wegung bewirken. Sie fcheinen keinen beftimmten Zweck zu haben, indem fie fich bisweilen lange be¬ wegen, ohne merklich ihre Stelle zu verändern. Im¬ mer nimmt ihre Schnelligkeit von dem Augenblicke an, wo fie herausgenommen wurden, merklich ab. Die herausgenoinmenen Thierchen bewegten fich nur zwan¬ zig bis clreifsig Minuten, die im Hoden zurilckgelaffe- nen noch zwei Stunden nach dem Tode des Thieres, Nebenhode und Saamengang. Die weifse Fliif¬ figkeit wurde mit etwas Speichel verdünnt, und zeigte völlig diefelben Thierchen als der Saame. Saamenblafe. Sie enthielt eine gelb - grauliche Fliiffigkeit mit vielen fich bewegenden Thierchen, zws- fchen denen fich rundliche, grofse, oft zufammenge- häufte Körper von verfchiedener Gröfse fanden. Auch ohne Beimifchung von Speiche! erkennt man die Thier¬ chen deutlich, was in den übrigen Organen wegen ih¬ rer Menge aufserdem nicht möglich war.