393 tern aufgehoben, die Muskeln des Halles, die Lippen lind Nafenlöcher gleichzeitig mit denen der Brufthöhle heftig bewegt werden, Linige hundert Muskeln, ctie fo beim Athemholen, Hüften, Niefen, Sprechen, Singen, thätig find, muffen offenbar durch Nerven ver¬ einigt werden , und diefe nenne rcb deshalb Athmungs- nerven, Der Grad der V ufa m m e n■ fet ;a n g der Nerve n fteht mit der M a nnichfalt i gkeit der Functio- n e n der O r g a ne. i in g er ade n Ve r h ü Itn if s. Eine genaue Vergleichung der Nerven des Men- ichen und der Thiere zeigt ein genaues Zufammentref- fen zwifchen der Zahl der Organe und der Zufammen- fetzung ihrer Functionen und der Zahl ihrer Nerven. Organe, die nur eine Art von Thätigkeit zeigen, haben nur einen Nerven, fo hoch auch jene gefteigertfeyn mag; zwei oder mehrere verfchiedene Nerven bezeichnen da¬ gegen immer eine doppelte oder mehrfache Function, nie biofse Erhöhung der Nerventhätigkeit, ein Satz, der diefem Theil der Anatomie neues Intereffe giebt. So findet man bei den Thieren, die nicht mit dem Munde atbmen, hier nur einen Nerven. Wo Antlitz, Nafe, Mals, keine zufammengefetzte Be¬ ziehung haben, befitzen fie gleichfalls nur einen; ganz anders verhalten lieh diefe Theile beim Menfchen, und man findet fich hier aus dem Labyrinth, worein die fünf Nerven diefer Theile verwickeln, wenn man erwägt, dafs der Mund fowohl Athmungs-als Kaufunctionen hat, Stimm-, Sprach-und Sinnorgan ift, woes dann vielmehr auffallend wäre, wenn derfelbe Nerv diefen verfchiedenen Functionen vorfiände. Dies ergiebt fich fchon aus der Betrachtung der Nerven des Menfchen, noch mehr, wenn wir die vergleichende Anatomie zn Hülfe nehmen.