351 fafern fchemt cine vorgängige Streckung zu erfordern, und gerade dies wird durch die hei der Begattung Statt findende Anfcliwellung des Zellkörpers bewirkt. Diele Erklärung wird auch durch das voltycändiga Ausftofsen des Saamens betätigt, welche fchwerlich durch blofse Elafticität erreicht werden würde. Auch in praktifcher Hinficht ift der Fall' wichtig, fofera er den Grund zur Eleilung höchft trauriger Stric- turen mit Fifteln und Hautverderbnifs im Mittelfieifch legen kann, zumal da gerade der im Mittelfieifch be¬ findliche Theil der Harnröhre ihr gewöhnlicher und einziger Sitz ift. Wegnahme deffelben und der kran¬ ken Flaut würde daher wshrfcheinlich fehr heilfam, und felbft Bildung eines neuen Kanals nach der hier befolgten Methode möglich feyn. Auch ohne diefen glücklichen Erfolg würde aber die Lage des Kranken offenbar durch Bildung einer einzigen Üeffnung an der Stelle mehrerer Gänge verbeffert werden. Dazu kommt, dafs die Operation keine lebensnothwendigen Theile intereffirt. XIX. G a i M ARD, Wundarzt auf der Urania, über den ßradypus. (Journ. de Phyfique. T. 94- p. 389.) Unfer Aufenthalt in Brafilien hat uns zwei Aï’s von verfchiedenen Gelchlechtern verfchafft. Der männliche iit der fogenannte Ai mit verbranntem Rücken. Seine Ruthe fpringt ziemlich ftark hervor, die Eichelift deutlich und wie durch eine Vorhaut bedeckt. Die übrigen Theile des Zeugungsapparates liegen in der