510 Eine zweijährige Unterfuchung beweift uns, dais fich fo die Materialien des Blutes vertheilen, und es ergiebt fich hieraus der Grund der Unmöglichkeit, die Färbefubfianz völlig zu ifoliren. Die thierifche Subftanz, das Eiweifs, das Serum, die weifsen Kügelchen und die färbende Hülle derfel- ben, muffen uns daher bei der chemifchen Uniei Ei¬ chung des Blutes befchdfrigen. Das Serum und das Weifse im Ei enthalten beide vieles und faft völlig reines Eiweifs. Ira Serum des Ochfen-oder Schafbiutes ift es vielleicht noch reiner, indem das im Weifsen des Eies enthaltene immer einige, von ihm verfchiedene häutige Flocken enthält. Seine Gerinnung durch Wärme ift fo eigentüm¬ lich und fo fchwer zu erklären, dafs wir alle Um- flände derfelben feftzuftellen fuchten. Es wurde daher auf eine Spirituslampe ein Gefäfs voll Waifer gebracht, worin lieh eine Röhre mit Hühnereiweifs und ein Ther¬ mometer befanden, deffen cvlindrifches Ende die ganze Tiefe des Bodens einnahm. Bei 6o° G, war das Eiweifs noch hell und fliiffig. Bei 63° C. entftand ein Opalfchimmer am untern Theile der Röhre. Bei 650 C, war diefer Theil feft, der obere noch fliiffig. Bei 70° C. zeigte fich der Opalfchimmer oben. Bei 750 C. war es ganz feft. Diefe Gerinnung tritt alfo bei 70° C. ein. Hat fie Statt gefunden, fo zeigen fich unterm Mikrofkop die mehrmals erwähnten Kügelchen. Keine begleitenden Unutäncle leiten zur Erklärung diefer Erfcheinung. Fourcroy’s und Scheie’s Meinun¬ gen find offenbar irrig. Nach 21icimrd rührt die Ge¬ rinnung von der Co’näfionskraft der Eiweifsmoleküicn her, und Hilst lieh mit Erfcheinuugen in der unorgani-