45 IV. Anatomifch - pliyllologifuhe Bemerkungen. Von Dr. Rathke. j) Lieber clen Bau der Blicken für die Syfiemcuiker. Es giebt einige Thiere, auf welche die allgemeiner» Merkmale der einzelnen Gruppen, in die man das Reich der Thiere abgetheilt hat, fo wenig paffen, dal's man he faft für Ueberhleibfel einer ausgeftorbe- nen, oder umgekehrt, als Anfänge einer neuen fremd¬ artigen Schöpfung halten könnte. Sie find der Stein des Anftofses für die, welche glauben, dafs die Entwicklung der Thierwelt auf einer einzigen geraden Linie fortgehe; der Spieibail in den Händen derer, weiche che Schöpfung gehörig in Reihe und Glied zu fteilen ftreben. Zu dielen Thieren nun dürften ganz befonders die Pricken und Lampreten gehören. Die elftem habe ich feit drei Jahren mit rnöglich- fter Sorgfalt unterfucht. Was ich daran gefunden, wird binnen Kurzem den Anatomen ausführlich vor¬ gelegt werden. Hier jedoch erlaube ich mir einige Abweichungen im Raue der Prickcn fchon vorläufig und in aphoriftifcher Kürze mitzutheilen und anzuge¬ ben, in wiefern diefelben von den Fifchen und Amphi¬ bien einerfeits ab weichen, aridrerfeits fich ihnen beide« zugleich wiederum anfchliefsen. Ueber den Schädelbau dürfte ich hier wol kaum ein Wort anführen, da ihn Spix und Cams (jener von der Lamprete) bekannt gemacht haben '). Diefes nur will ich erwähnen, dafs er fich als den ftärkften Widerlächer der finnreichen Erklärung über die Redeu- l) Carus in dem Lehrbuche der Zootomie, Spix in der Cep'na- logeneiis.