418 Litteraturbericht. Belastung und zunehmende Entartung bei Griechen und Römern der Ausbreitung der Unsittlichkeit in jeder Form den breitesten Boden. Der mafslosen Begier genügte die natürliche Befriedigung nicht mehr, und man ging, zur unnatürlichen über, behielt aber anfangs noch die Frauen bei und ging erst später, auf dem abschüssigen Wege weiter vorschreitend, zu den Knaben über, deren unreife Formen an die der Frauen erinnerten. Aus gleichem Grunde entmannte man sie, und der Ausdruck: Eunuche bezeichnet^ anfangs weiter nichts als eine Person, die sich zu Ehren eines Gottes im Tempel preisgab. So waren die Priester der Oybele Eunuchen, aber keine Kastrierten. So führte die zügellose Wollust zur Päderastie und diese zur Kastration, zur Entartung des Individuums. Wie schon erwähnt, sind die vom Verfasser erreichten Resultate recht erfreulich, bei einer Menge von Patienten erzielte er völlige Genesung, bei anderen wesentliche Besserung, und selbst in den schwersten Fällen gelang die Beseitigung onanistischer Neigungen und der geschlechtlichen Überreizbarkeit, Gründe genug, um dem Heilverfahren eine weitere Verbreitung zu wünschen, die es wohl auch finden wird, da dergleichen Werke, wie dies v, Scheenck selber erwähnt, hauptsächlich von den •betreffenden Kranken zur Lektüre gewählt werden. Aber auch andere Leute werden den Ausführungen des Verfassers mit Interesse und mit Vorteil folgen. Pelman. John Turner. Asymmetrical conditions met with in the faces of the insane, with somè remarks on the dissolution of expression. Joum. of Mental Science. Bd. 38. S. 18—29 u. 199—211. (1892.) Verfasser untersuchte 1. die Ungleichheit der Pupillen. Aus¬ geschlossen wurde deren Kombination mit Reflex- und Accommodations- störung. Ervfand Pupillenungleichheit bei lk aller neu aufgenommenen Geisteskranken; weit häufiger war sie bei den chronischen Fällen, am gewöhnlichsten bei Paralyse. Welche Gehirnhälfte die Differenz bedingt, läfst sich schwer entscheiden, noch unbestimmter ist die genauere topische Lokalisation. (Reche betont in Deutsch, med. Wochenschr., 30. März 1893, dafs der Anisokorie im allgemeinen keine Bedeutung beizulegen sei. Ref.) 2. Deviation der Zunge fand sich in 24% der neu aufgenommenen Psychosen, 38 mal nach R., 43 mal nach L. Man mufs auf irgend eine Störung der die Zungenmuskulatur beherrschenden Centra schliefsen. 3. Asymmetrien der Gesichtsmuskulatur. Häufigere Differenz in deren unterer Hälfte bei kongenital Schwachsinnigen (gröfsere Tierähnlichkeit), bei den anderen Psychosen häufiger in der oberen Gesichtshälfte (Hirn, Augenlider). Eine Reihe trefflicher Photographien erläutern die interessanten Ausführungen des Autors. Des näheren auf dieselben einzugehen, ver¬ bietet der enge Rahmen des Referates. Placzek (Berlin).