378. Litteraturbericht. sönlichkeit. Mehr als durch Gang, Blick, Stimme etc. erkenne ich die Persönlichleit eines Menschen durch seine Duftsphäre. In dem zu Hyp¬ notisierenden mufs die hypnotische Disposition vorhanden sein. Dieselbe bringt die sonst wirkungslose Suggestion zur Wirksamkeit, nicht um¬ gekehrt, wie die Suggestionstheoretiker behaupten. Die Lebensstoffe des Hypnotiseurs dringen in den Körper der Ver¬ suchsperson ein, machen dort Lähmungserscheinungen, lähmen die Wirk¬ samkeit ihrer Lebensstoffe und regieren schliefslich bis zu einem gewissen Grad den fremden Körper selbst. Hierdurch ist die hypnotische Dis¬ position geschaffen. Halten sich die beiderseitigen Lebensstoffe die Wage, so tritt keine Hypnose ein, d. h. die Versuchsperson ist nicht hypnotisierbar. Die Lebenstoffe des Hypnotiseurs fassen hauptsächlich Gehirn und Nerven der Versuchsperson an. Hierdurch glaubt Jordan den hypnotischen Rapport hinlänglich erklärt. Die psychischen Er¬ scheinungen der Hypnose erklärt er dann durch Ausschaltung des Oberbewufstseins in der Hypnose, und somit des Freistehens des Unter- bewufstseins für den Hypnotiseur. Ob dieser dann durch seine Lebens¬ stoffe direkt ein wirkt, oder ob Telepathie vorliegt, läfst Jordan einst¬ weilen noch offen. Jordans Schrift liest sich gut, doch bleibt auch nach ihrer Lektüre der Hypnotismus „ein Rätsel“. Die Verbindung desselben mit den jÄGERSchen Theorien wird kaum dazu beitragen, der Sache weitere Freunde zu erwerben. • Umpfenbach (Bonn). W. v. Bechterew. Über zeitliche Verhältnisse der psychischen Processe bei in Hypnose befindlichen Personen. Neurol. Gentralbl. XI. No. 10. S. 305-307. (1892.) An drei hysterischen und mit hypnotischer Suggestion behandelten Patientinnen läfst B. untersuchen : a) die einfache Reaktionszeit, b) die Apperceptionszeit, c) die Wahlzeit, alles für Gehörseindrücke, ferner d) die Associationszeit für Worte und e) die Zeit für das Zählen ein¬ facher Zahlen. Es ergiebt sich : Im normalen und wachen Zustande sind a, b und c von ähnlicher Gröfse, wie bei gesunden Individuen, d und e etwas gröfser. Während der Hypnose sind a, b und c durchweg ver¬ längert, d und e dagegen meist etwas kürzer, als im wachen Zustande. Wird suggeriert, dafs die Operationen schneller zu vollführen seien, so vermindern sich durchweg alle Zeiten, und zwar werden jetzt d und e ausnahmslos kürzer als im wachen Zustande, a, b und c bisweilen eben¬ falls. Während der Vorboten eines Anfalls oder nach Überwindung eines solchen waren alle Processe deutlich verlängert. Ebbinghaus. von Krafft-Ebing. Eine experimentelle Studie auf dem Gebiete des Hypnotismus nebst Bemerkungen über Suggestion und Suggestions¬ therapie. 3. verm. Aufl. Stuttgart. Enke. 1893. 108 S. In dieser dritten Auflage fügt Verfasser seinen in den früheren Auflagen veröffentlichten Beobachtungen über hypnotische Zustände bei einer Hysterischen seine seitherigen Erfahrungen über Suggestion als