352 Litteratur bericht. geglückt sei, indem feine Punkte, welche weifses Licht aussendeten, ihm entweder rot oder grün oder violett erschienen. Da in diesen Thatsachen, wenn keinerlei Beobachtungsfehler vorliegen, ein experimenteller Beweis für die Dichtigkeit der Young -HelmholtzscIien Farbentheorie gesehen werden mufs, so kann es uns nicht wundern, dafs die Versuche von beiden der in der Theorie des Farbensehens leider noch immer unvermittelt einander gegenüberstehenden Parteien sorgfältig geprüft wurden; auf beiden Seiten war das Ergebnis ein negatives. Weder E. Hering noch der von dem Beferenten zu dieser Nachprüfung veranlafste D. Isaaohsen konnten den Farbenwechsel beobachten. E. Hering gab aufserdem eine genaue Diskussion der Fehlerquellen, welche wohl bei Holmgrens Untersuchungen das Ergebnis gefälscht haben könnten. Nach¬ dem nun Holmgren von der schweren Augenkrankheit, die er sich bei jenen Beobachtungen zugezogen hatte, erfreulicherweise wiederhergestellt ist, unterzieht er sich der dankenswerten Arbeit, seinen früheren kurzen vorläufigen Mitteilungen die ausführliche Darstellung folgen zu lassen. Es wird der historische Entwickelungsgang, den diese Untersuchung genommen, eingehend geschildert und zugleich eine genaue Beschreibung der benutzten Apparate gegeben. Die Fehlerquellen, welche Hering erwähnt, sind thatsächlich vermieden worden, und somit bleibt die Ursache unbekannt, weshalb Hering sowohl wie Isaaohsen (an dessen Beobachtungen sich der Beferent beteiligte) die Erscheinungen nicht gesehen haben. Hoffentlich wird die Untersuchung nochmals, jetzt unter sorgfältiger Bücksicht auf die von Holmgren dabei gemachten Erfahrungen, von anderen Beobachtern wieder aufgenommen. Eine dritte Mitteilung über denselben Gegenstand, die u. a. auch theoretische Betrachtungen bringen soll, ist von Holmgren versprochen. Wir werden über dieselbe später berichten. Arthur König. B. Hilbert. Die Chloropie. Centralbl. f. prakt. Awgenheilk. Jahrg. 17. S. 50-52. 1893. Der Verfasser giebt einen kurzen Überblick über die wenigen bisher in der Litteratur beschriebenen Fälle von Chloropie und macht nähere Mitteilungen über einen von ihm selbst beobachteten Fall, wo einer neurasthenischen und überaus leicht erregbaren Frau alles, was sie be¬ trachtete, in einem grasgrünen Nebel erschien. Die Empfindung der Farben war weder aufgehoben noch auch durch die Chloropie verändert. Arthur König. H. Ohlemann. Beitrag zur Sçhulmyopie. Knapp und Schweiggers Archiv f. Augenheilkunde. Bd. XXVI. S. 168—181. (1893.) Ohlemann untersuchte die Augen der Schüler des Gymnasiums zu Minden. Es lagen den Untersuchungen die Anweisungen für die Augen¬ prüfungen des kgl. preufs. Kultusministeriums zu Grunde. Auf Zähl¬ blättchen ist der Name des Schülers, die Klasse, Schülerzahl derselben, die Frage nach der Erblichkeit, das Lebens- und das Schulalter ent¬ halten. Es werden die Besultate der Sehprüfung für die Nähe und die Ferne, event, mit korrigierenden Konkav- oder Konvexgläsern eingetragen.