Die Gültigkeit des NEWTONschen Farbenmischungsgesetzes bei dem sog. grünblinden Farbensystem. Von Eugen Brodhun. Im Jahre 1887 hat Hr. A. Honig Versuche veröffentlicht,1 welche ich in Bezug auf die Gültigkeit des NEWTONschen Farben¬ mischgesetzes angestellt hatte. Die damals gemachte Zu¬ sage, dafs eine ausführlichere Veröffentlichung darüber .folgen solle, ist bisher nicht erfüllt worden. Obwohl nun inzwischen über denselben Gegenstand mit einem besseren Apparate sehr viel umfangreichere Versuche angestellt sind,2 als die meinigen, welche nur orientierende sein sollten, will ich doch jetzt das Versäumte nachholen. Dazu veranlafst mich vornehmlich der wiederholt geäufserte Wunsch von Hrn. A. König, und es be¬ rechtigt mich dazu der Umstand, dafs es sich noch immer um eine Streitfrage handelt. In der That steht die Frage nach der strengen Gültigkeit des NEWTONschen Farbenmischgesetzes im wesentlichen noch auf demselben Punkte, wie zur Zeit meiner Versuche. Obwohl eine ganze Reihe in sich überein¬ stimmender Untersuchungen vorliegen, welche erhebliche Ab¬ weichungen vom NEWTONschen Gesetz der Farbenmischung zunächst für Farbenblinde erweisen sollten, haben sich dieselben doch bisher nicht allgemein Geltung verschaffen können. Ein Blick auf die Litteratur wird das zeigen. 1 A. König, Über Newtons Gesetz der Farbenmischung und darauf bezügliche Versuche des Hrn. Eugen Bkodhun. Sitzungsber. d. Berl. Akad., Sitzung vom 31. März 1887. S. 311. 2 Die noch nicht veröffentlichten Versuche des Hrn. E. Tonn, vgl. diese Zeitschrift. Bd. IV. S. 263. (Note.) 21