Litter aturbericht. 97 S. glaubt, die Schwierigkeiten, die sich aus der Verschiedenartigkeit der Assoziationen der Lokalzeichen paralleler Linien und demselben Meridian angehörender Punkte für die Erklärung des Vorganges des Wiedererkennens ergeben würden, vereinfachen zu können durch die nicht streng beweisbare, aber doch, wie er durch Beispiel zeigt, mög¬ liche Annahme, dafs bei derselben Richtung der Augenbewegung, bei der Abtastung eines Meridians stets dieselben Augenmuskeln in Thätigkeit treten, und zwar bei gleichbleibendem Verhältnis der Innervationsgröfse der einzelnen Augenmuskeln, wobei nur jeder einzelne Augenmuskel bei der längeren Linie oder bei einer gröfseren Entfernung vom primären Fixierpunkte eine stärkere Innervation bekommt, und dafs jeder elemen¬ taren Augenbewegung, etwa der Abtastung eines bestimmten Meridians eine bestimmte Zellgruppe in der Hirnrinde entspricht, deren Erregungs¬ stärke sich, in ähnlichem Verhältnisse, wie die G-röfse der Form, ändert. „Für alle Punkte eines und desselben Netzhautmeridians würden die Lokalzeichen in derselben Ganglienzellengruppe enthalten sein und sich voneinander ebenfalls nur durch die Stärke unterscheiden, mit der diese Zellgruppe in Thätigkeit tritt. An sich betrachtet würde jede solche Zellgruppe eine bestimmte Richtung im Raum, vom jeweiligen Fixier¬ punkt aus gerechnet, darstellen.“ Die Lokalzeichen paralleler Linien und auf demselben Meridian liegender Punkte wären also schon vor jeder Assoziation einander ähnlich, und diese Linien und Punkte brauchten nicht erst miteinander assoziiert zu werden, um später als gleichartig erkannt zü werden. Peretti (Merzig). F. Gotch und V. Horsley. Über den Gebrauch der Elektrizität für die Lokalisierung der Erregungserscheinungen im Centraineryensystem. Centralbl. f. Physiologie. IV. No. 22 (1891). Über die negative Stromschwankung, welche bei Thätigkeit der sensorischen Centren unserer Hirnrinde eintritt, und über die Verwendung dieses Aktionsstroms zur Lokalisierung dieser Centren hatte A. Beck im Mai 1890 der medizinischen Fakultät in Krakau eine Preisarbeit ein¬ gereicht und auch die Resultate kurz im Centralbl. f. Physiologie IV, No. 16, bekannt gegeben. Darauf hatte Fleischl v. Marxow ein Schreiben veröffentlicht (ihid. No. 18), welches er schon 1883 versiegelt der Wiener Akademie übergeben batte und welches dieselbe Frage behandelt. Gotch und Horsley erinnern jetzt an eine gröfsere Reihe von Publikationen, welche sie seit 1888 über Aktionsströme im Centralnervensystem er¬ scheinen liefsen (Proceed. of the B. Society. Novbr. 1888 u. a.) Ziehen (Jena). J. Loeb. Über den Anteil der Hömerven an den nach Gehirnverletzung auftretenden Zwangsbewegungen, Zwangslagen und assoziierten Stellungsänderungen der Bulbi und Extremitäten. Pflügers Arch. Bd. 50 (1891), S. 66-83. Die Versuche des Verfassers sind an Haifischen angestellt. Es ergab sich, dafs der Hai nach Exstirpation des linken Mittelhirns Reitbahn¬ bewegungen nach rechts ausführt und die rechte Seite dem Schwerpunkt Zeitschrift für Psychologie IV. 7