XXIV. Das Stereophoroskop. [Wiener akademische Sitzungsberichte 1855 (Physiologische Studien).] (Hierzu Fig. 26 auf Taf. 16). Bei der gewöhnlichen Einrichtung des Phorolyts oder Phoroskops, welches unter dem Namen der STAMPFER’schen » Wunderscheibe « oder der » lebenden Bilder « in weiteren Kreisen bekannt ist, kann man streng genommen nur solche Bewegungen darstellen, die in einer Ebene und zwar in der Bildebene geschehen. Es erschien mir wünschenswerth, das Phorolyt so einzurichten, dass man in den Stand gesetzt würde, auch solche Bewegungen vorzutäuschen, welche in der Dimension der Tiefe zu geschehen scheinen. Diese Absicht habe ich schon vor längerer Zeit auf einem dop¬ pelten Wege erreicht : a) einmal indem ich einfach statt ebener Bilder, körperliche Gegenstände als Gesichtsobjecte ge¬ brauchte ; b) das andere Mal, indem ich das Phorolyt mit dem Stereo¬ skop verband und statt einfacher Bilder stereoskopische Doppelbilder an wendete. In neuester Zeit hat man sich auch in Paris bemüht, eine com- binirte Wirkung des Phorolyts und des Stereoskops zu erzielen. Was ich jedoch von diesen Bemühungen durch Pariser Freunde erfahren habe, kann mich um so weniger bestimmen, meine eigenen einschlä¬ gigen Versuche der Oeffentlichkeit vorzuenthalten, als ich die Nach¬ richten über die Pariser Bestrebungen erst erhielt, nachdem ich meine Gedanken bereits ausgeführt hatte, und die ersteren nur dahin zu zielen scheinen, Bewegungen plastischerscheinender Figuren, nicht aber Bewegungen in der Dimension der Tiefe darzustellen.