Optische Streitfragen. Von Th. Lipps. I. Zu Dr. Otto Schwarz’ „Bemerkungen über die von Lipps und Cornelius besprochene Nachbilderscheinung“. Ich deute zuerst noch einmal an, um welche Nachbild¬ erscheinung es sich hier handelt, natürlich ohne die im Band I. dieser Zeitschrift, S. 60 ff., gegebene genauere Beschreibung zu wiederholen. Wenn ich meinen Blick von einem leuchtenden Objekte rasch wegwende, so scheint ein heller Lichtstreif aus dem Objekte nach entgegengesetzter Dichtung herauszu- schiefsen; wenn ich dem Objekt den Blick rasch wieder zu¬ wende, so scheint ein ebensolcher Lichtstreif in umgekehrter Dichtung in das Objekt hineinzuschiefsen. Meine Erklärung dieser Nachbilderscheinung und ebenso die von Cornelius gegebene meint Schwarz durch seine „Be¬ merkungen“ im vorigen Hefte dieser Zeitschrift widerlegt zu haben. Lassen wir dahingestellt, wie es mit der Widerlegung Cornelius’ bestellt ist. Meine Erklärung kann Schwarz schon darum nicht widerlegt haben, weil er da, wo er sich gegen mich wendet, der Hauptsache nach gar nicht von mir redet, sondern von einem mir Unbekannten, dem er nur meinen Namen leiht. Dafs Schwarz die Erklärung dieses Unbekannten gezwungen findet, wundert mich nicht; dafs er sie scharfsinnig nennt, wundert mich sehr. Ich finde sie gedankenlos. Der Unbekannte erklärt die fragliche Erscheinung durch die Annahme, „dafs die Gröfse des Winkels, um die sich bei der raschen Blickbewegung das Gesichtsfeld im Daume ver¬ schiebt und damit auch die von diesem Winkel abhängige 32 Zeitschrift für Psychologie III.