Litteraturbericht. 417 empfinden. J. liât diesem Übelstande, da er augenblicklich zu sehr mit anderen Untersuchungen beschäftigt ist, durch den Abdruck von 44 Abhandlungen (darunter 10 von J. selbst), die sich mit dem Instrumente und den vermittelst desselben erlangten Beobachtungsergebnissen beschäf¬ tigten, vorläufig bereits einigermafsen abgeholfen. Da sämtliche Abhand¬ lungen (französische, deutsche, englische und italienische) unverkürzt aufgenommen sind, so ist natürlich das Wichtigste in dem Buche in oftmaliger Wiederholung enthalten, was bei der Lektüre desselben einen etwas ermüdenden Eindruck macht; aber man braucht solche Werke ja nicht in einem Zuge zu lesen. Wer Belehrung über das Instrument sucht, wird hier alles finden, was er bedarf. Um dem Ganzen aber doch einen äufseren Zusammenhang zu geben und das Buch auch zur Einführung in das Studium der Ophthalmometrie geeignet zu machen, hat Javal demselben eine, wenigstens alle wichtigen Punkte enthaltende Einleitung vorangeschickt, die in weiterer Ausführung sich später wohl zu dem gewünschten, den Inhalt aller dieser Abhand¬ lungen enthaltenden selbständigen Werke entwickeln wird. Die 45. Abhandlung ist von Tscherning für das vorliegende Buch eigens verfafst und enthält eine mathematische Theorie der Ophthal¬ mometrie der Cornea, sowie zugleich eine Darlegung der Gesichtspunkte, welche bei der Konstruktion des jAVALSchen Ophthalmometers berück¬ sichtigt sind. Den Schlufs bildet eine Geschichte und Bibliographie der Ophthal¬ mometrie. Arthur König. K. Hoor. Gtemeinfafsliche Darstellung der Refraktions-Anomalien. Wien. 1891. Alfred Holder. 86 S. mit 21 Holzschnitten. (Sammlung med. Schriften d. Wiener Min. Wochenschrift No. XXIII—XXIV). Was der Verfasser angestrebt hat, ist vollständig von ihm erreicht worden. Nicht nur der Militärarzt, für den das vortrefflich ausgestattete Werkchen in erster Linie bestimmt ist, sondern jeder praktische Arzt, der sich eingehender mit den Kefraktions-Anomalien befassen will, wird hier Belehrung finden. Die Darstellung ist knapp und doch überall leicht verständlich. In dem Abschnitt über die Skioskopie möchte der Referent für eine hoffentlich bald folgende zweite Auflage dem Verfasser eine eingehendere Besprechung des Strahlenganges empfehlen. Arthur König. Schneller. Sehproben zur Bestimmung der Refraktion, Sehschärfe und Accomodation. Danzig, A. W. Kafemann (ohne Jahreszahl), 24 S. Dem noch immer nicht völlig befriedigten Bedürfnis der Augenärzte nach einer allen Anforderungen entsprechenden Sammlung von Sehproben sucht der Verfasser durch dieses kleine Büchlein in Taschenbuchformat nachzukommen. Die Prinzipien, welche den Verfasser leiteten, sind im allgemeinen richtig; die Ausführung aber ist unbrauchbar: die kleinen Buchstaben, Zahlen und Haken erinnern in ihrer Unschärfe an den schlechtesten Zeitungsdruck, die gröfseren Haken entsprechen in ihren Dimensionsverhältnissen nicht der SNELLENSchen Vorschrift. Arthur König.