455 Seiten zugleich vorzukommen pflegen, wenn gleich beide nicht völlig nach denselben Typus angeordnet find, eine Bedingung, welche vielleicht mit der, auch im regelmäfsigen Zuftande Statt findenden Verfchieden- lieit zwilchen beiden Körperhälften zufammenhängt. XXVI. Desmoulins über den Zuftand des Ner- venfyftems in Bezug auf Umfang und Maffe bei dem nicht vom Alter abhän¬ gigen Marasmus und den Einflufs diefes Zuftandes auf das Nervenleben. (Journal de Phyfique. T. 90. p. 442 ff.) Die meiften Phyfiologen und Aerzte fuchen die Urfa- chen der beftändigen aufserordentlichen Reizbarkeit des Nervenfvftems in dem, acute und chronifche Krankhei¬ ten begleitenden Marasmus in der Schwäche deffelben, welche fie aus der durch die Ausleerungen bewirkten Erfcböpfung der Gewebe und Fliiffigkeiten herleiten. Hier¬ bei wird natürlich vorausgeletzt, dai’s das Nervenfy- ftem an der Abmagerung der übrigen Gewebe Theil nimmt. Indeffen kenne ich, ungeachtet man diefer An¬ ficht nach die Behandlung einrichtet, keine bewei- fende Thatfaehe, im Gegentheil glaube ich, dafs fie durch Thatfachen widerlegt wird , welche dagegen die wichtigften materiellen Bedingungen dieles phyfiologi- fchen Phänomens liefern. Aus ihnen fchliei'se ich, dafs jene Erfcheinungen von der Integrität des Nervenfyftems bei Abmagerung aller übrigen Organe herrühren. Zwei Beobachtungen haben mich zur Entdeckung diefer Thatfaehe geleitet.