204 IÂtteraturbericht. Zur Vervielfältigung mittelst eines photographischen Verfahrens be¬ stimmten mich verschiedene Umstände. Die Zeichnungen, die wir vom Nervensystem besitzen, sind mehr oder weniger schematisch. Es ist nicht möglich, alle Details, die ein Präparat zeigt, mit dem Griffe wiederzugeben. Ferner leiden viele der Abbildungen von Schnitten durch das Gehirn unter einer subjektiven Auffassung des Zeichnenden. Deshalb wurde auch in dem vorliegenden Werke jedwede Retouche ver¬ mieden. Somit ersetzen diese Photographien auch zum Teil die Prä¬ parate selbst. Der Atlas giebt vermittelst 29 Abbildungen eine vollständige Über¬ sicht über den Faserverlauf im centralen Nervensystem, als auch über die Form der dasselbe zusammensetzenden einzelnen Gebilde. Die erste Tafel zeigt Präparate vom Rückenmark. Dann folgen Querschnitte durch die medulla oblongata und pons, hierauf Schnitte durch das ganze Gehirn in horizontaler, frontaler und sagittaler Richtung. Ich glaube, der Lernende und Lehrende wird in vorliegendem Atlas manches finden, was ihm bisher keine Zeichnung gezeigt hat. Es werden ihm sicherlich auch einzelne Verhältnisse klarer werden, und wird er eher imstande sein, sich an der Hand dieser Tafel in seinen Präparaten zu orien¬ tieren, als mit Hülfe der Schemata. Die Erläuterungen wurden möglichst eingehend gegeben, d. h. so, dafs fast alle Punkte des Bildes bezeichnet worden sind. Von einer zusammenhängenden Darstellung der Anatomie des Nervensystems glaubte ich Abstand nehmen zu können und zu müssen, denn einerseits besitzen wir eine grofse Anzahl descriptiver Anatomien des Nervensystems, andererseits wäre ich nicht in der Lage gewesen, über einige Bildungen, die in den Photographien zwar klar zu erkennen sind, über deren Schicksal in anderen Ebenen aber noch nichts Definitives auszusagen ist, Auskunft zu geben. J. Gaule. Die Ringbänder der Nervenfaser. Mitgeteilt nach Unter¬ suchungen von Dr. Johansson. CentraTblatt für Physiol, V., No. 11, 29. Aug. 1891. Durch eine besondere Färbungsmethode brachte Joh. an peripheren Nervenfasern des Frosches und Kaninchens eigentümliche Querbänder hervor, die in ihrer Lage den ScHMiDT-LANTERMANNSchen Einkerbungen des Nervenmarks entsprechen. Gaule sieht darin eine Bestätigung seiner in dieser Zeitschr. (II., 1, S. 18) ausgesprochenen Vermutung, dafs die durch jene Einschnürungen abgeteilten Markstulpen einer ursprünglichen, allerdings modifizierten zelligen Gliederung der Nerven entspringen. Ebbinghaus. M. Knies. Ueber die centralen Störungen der willkürlichen Augen¬ muskeln. Arch, für Augenheilk. XXII. (1890.) S. 19—51. Bekanntlich haben Schäfer sowie Munk und Obregia vor einigen Jahren nachgewiesen, dafs elektrische Reizung der Sehsphäre assoziierte Augenbewegungen nach der entgegengeeetzten Seite auslösen. Unter Berücksichtigung dieser Versuchsresultate, sowie gestützt auf allgemeine