(Aus der physikalischen Abteilung des Physiologischen Instituts zu Berlin.) Eine Beobachtung über das indirekte Sehen. Von Th. Wertheim in Berlin. Die Helligkeit, welche ein Objekt zu haben scheint, wird bekanntlich von der Helligkeit der Umgebung beeinflufst: ein graues Objekt erscheint auf schwarzem Grunde heller als aut weifsem Grunde. Plötzliche Beleuchtungsschwankungen der Umgebung verändern auch unsere Empfindung von der Hellig¬ keit eines in seiner Beleuchtung unveränderten Objektes. So werden heim Überspringen des elektrischen Funkens in einem nicht vollständig dunklen Zimmer alle matt sichtbaren Objekte sogleich unsichtbar und das Gesichtsfeld erscheint tief dunkel (Aubert). Ebenso scheint auch ein Objekt, dessen Beleuchtung gleichmäfsig bleibt — eine Lichtflamme, eine transparent er¬ leuchtete Milchglasplatte — heller zu werden, wenn die Um¬ gebung plötzlich verdunkelt wird. Es ist nun interessant, dafs das Verschwinden resp. Dunklerwerden von Objekten, deren Umgebung plötzlich heller beleuchtet wird, sowohl bei direkt als bei indirekt gesehenen Gegenständen stattfindet, während das scheinbare Hellerwerden bei plötzlicher Verdunkelung der Umgebung nur bei direkt gesehenen Objekten bemerkt wird. Für indirekt gesehene Objekte ist es gleichgiltig, ob die Be¬ leuchtung der Umgebung in positivem oder negativem Sinne schwankt: sie verschwinden in beiden Fällen, nicht nur beim Hellerwerden, sondern auch beim plötzlichen Verdunkeln der Umgebung, wie ich bei der folgenden Versuchsanordnung zu beobachten Gelegenheit hatte.