231 Intel I igenzblatl. I, Zur Lehre von der thierifchen Mifchung. I. Chevalier über die menfch liehe Galle und die Anwefenheit von Pikromel darin. (Ann. de Chimie et de Phyf. T. 9. p. 400—405-) Da Herr Orfila, Laugier und Caventou das Pikromel in menfchlichen Galienfteinen nachgewiefen hatten, ver¬ klebte ich diefe Suhftanz auch in der Galle auszumitteln. Durch Behandlung der Blafengalle mit Alkohol ge¬ rann das Eiweifs, und bemächtigte lieh dabei eines Thei- les der gelben Subftanz. Hierauf würde die FliifGgkeit filtrirt, deftillirt und mit effigfaurem Blei behandelt, der Niederfchlag durch das Filtrum abgefondert. Die mit effigfaurem Blei gefättigte, übergegangene Fliiffigkeit fetzte Flocken ab, die, gewafchen, in der Efligfäure auflöslich waren1). Durch SchwefelwafferfrofF- gas wurde das Blei getrennt, und nun die Flüfligkeit verdunftet. Der Rückftand verhielt fich ganz wie Pikro- mel, fchmeckte erft bitter, dann füfs, war in Efligfäure auflöslich, wurde durch efligfaures Blei niedergefchlagen, zog die Feuchtigkeit aus der Luft an u. f. w. Aus einer Unze Galle erhielt ich 12 Gran. Die angewandte Galle war grün, fehr klebrig, und fchäumte beim Schütteln. l) Nachdem das Pikromel durch unvollkommnes efligfaures Eiei ans der Flüffigkeit niedergefchlagen worden ift, aus der man die übrigen Principien durch das gewöhnliche effig- faure Blei entfernt hat, fo bleibt ein Theil davon in der Fliiffigkeit zurück, deffen Précipitation durch etwas Kali bewirkt wird.