161 Die Bildung der weiblichen Gefclilechtstheile ift ginz eigenthümlich. Der Schamberg ift oft ganz haar¬ los, meiftens aber mit einer weichen dünnitehenden Volle bedeckt, magerer als tbei den Europäerinnen. Aus dem innern Theile der Schamüffnung hängt eine lockere, oft runzliche Matte herab, die gedoppelt und eine Verlängerung der Nymphen ift, welche fo eng zufammenhängen, dafs he auf den elften Anblick ein¬ fach fcheint, Bisweilen ragen die Nymphen 5" weit über die äufsern Lippen hervor. Die Schamritze ift beim Kinde fo weit, dafs die Nymphen vorragen. Um die Zeit der Mannbarkeit treten he allmählich her¬ vor. Später werden he bald fehl aff, runzeln und ver¬ kleinern lieh. Die äufsern Lippen lind kleiner als bei andern Weibern, fo dafs he oft ganz zu fehlen l’cliei- ren, und die Gränze zwifchen ihnen und den Nymphen äufserft fchwer zu beftimmen ift. Der Kitzler ift völlig regelmäfsig. Die Harnröhre und die übrigen benachbarten Theile verhalten heb. wie bei andern Weibern, die letztem aber fcheinen wegen Daune der äufsern Lippen und des Schamberges Bar¬ ker vorzufpringen. Ein Gebrauch , die Nymphen künftlich zu verlängern, findet nicht Statt: auch küm¬ mern he lieh nicht darum, und die Verlängerung der- felhen wird für keine Schönheit, die Kürze nicht für häfslich gehalten. Hinge diefe Bildung vom Klima ab, fo würde he allgemein feyn. Was auch der Ur fjjrung derfelben feyn mag, fo ift er fo alt, dafs er ge- vifs nicht aufzufinden ift. Der urfprüngliche Wohnfitz des Volkes ift unbe¬ kannt. Vermuthlich wurde es von den Raffern von borden und Often aus verdrängt. Ö ___ Den Schädel fand ich in der Leiche einer Hoiten- tottin fehr rund, die Jochbeine lehr hoch, die Augen¬ höhle Europäerähnlich. Die Griffse des Gefäfses rührt ron einer ungeheuren Fettmaffe zwifchen Haut und. Muskeln her, die in diefer Leiche nur 4'' dick war. Wirbelfäule, Becken, namentlich auch das Steifsbein, eben fo die innern Gefchlechtstheile , verhalten heb wie bei den gutgebildeten Europäern. M. d, Archiv. V. I- t