Versammlungen. .341 ebenso deren Resonanz; der Stapedius verstärkt besonders die Klänge des oberen Hörbereiches (5000—54000 Schwingungen) und deren Resonanz. Die Verkleinerung der Amplitude steht in Verbindung mit der Vermeh¬ rung der Widerstände, die Abnahme der Resonanz mit der Abflachung der Radiärsaiten des Trommelfelles. Zur Feststellung der Hörstörungen bedient man sich zweckmäfsig der Auffindung des Schwellenwertes ver¬ mittelst der Flüstersprache (normal 25 Meter). Die Veränderungen am nervösen Apparat bestimmt man durch 15 Gabeln von 64—40000 Schwin¬ gungen. In der Diskussion wendet sich PoLLAK-Wien speziell gegen die physiologischen Ausführungen des Redners, indem er hervorhebt’, dafs die Funktion der Binnenmuskeln als Accommodationsmuskeln noch nicht entschieden sei. Beim Hunde seien zwar von Hessen und Bockendahl Kontraktionen durch Hörreize nachgewiesen, nicht so beim Menschen. GRADESioo-Turin untersuchte die Form der Ohrmuscheln bei Normalen, Geisteskranken und Verbrechern und fand, dafs Formanomalie bei Geisteskranken und Verbrechern viel häufiger, als bei normalen Indi¬ viduen seien. Auch kommen bei letzteren verhältnismäfsig häufiger leichtere Anomalien (angewachsenes Läppchen, auf das Läppchen fort¬ gesetzte Fossa scaphoidea), bei Geisteskranken und Verbrechern schwerere Anomalien vor. Meist sind die Anomalien bilateral, sonst häufiger rechts als links, mit Ausnahme der abstehenden Ohrmuschel, welche bei Män¬ nern häufiger links vorkommt. In dem von Magnus-Königsberg und Schwabach-Berlin gegebenen Referat über die B estimmung der Hörfähigkeit, sowie in dem von BEZOLD-München gehaltenen Vortrage überHörprüfungsmittel erkennen alle drei Redner die hervorragende Bedeutung der Prüfung durch die Sprache teils mit den Zahlen von 1—100, teils mit bestimmten Worten (Wolf) an. Auch sind die Redner darüber einig, dafs es rationell sei, zur Bezeich¬ nung der Hörfähigkeit eines Bruches sich zu bedienen (Knapp). Viel dringender erscheint Bezold die Verbesserung der Hörprüfungsmittel für Tontaubheit. Ein Ausfallen von Farben habe für die Sehschärfe an sich keine Bedeutung, ein Ausfallen von Tönen aber, beispielsweise im mitt¬ leren Teil der Skala, könne das Ohr taub erscheinen lassen, während dies doch nur für die betreffende Tonreihe zutreffe. Er hat zur voll¬ ständigen Tonprüfung 8 Gabeln und 2 Orgelpfeifen konstruiert, welche, in Verbindung mit dem Galtonpfeifchen, den Anforderungen zu genügen scheinen. Diese Reihe erstreckt sich vom Kontra-C (32 Doppelschwin¬ gungen) bis zu den höchsten Tönen, welche das menschliche Ohr perzi- pieren kann. Aufserdem seien die produzierten Töne nahezu frei von Obertönen. Aus seinen Untersuchungen kann er bis jetzt nur einen Satz mit Sicherheit herleiten: „Der Schallleitungsapparat ist nur für die dem unteren Teil der Skala angehörenden Töne zur Überleitung durch ärotympanaler Leitung notwendig; für den oberen Teil ist er entbehr¬ lich.“ In der Diskussion bemerkt Jacobson (Berlin), dafs auch er für praktische Zwecke wenigstens die Flüstersprache als bestes Hörprüfungs¬ mittel betrachte. Dagegen kann er sich mit dem Vorschläge, die Hör¬ schärfe mit der Hörweite umgekehrt proportional zu setzen und nach dieser Relation die pathologische Hörschärfe als Bruchteil der normalen