98 Karl L. Schaefer. 18. Dies findet nun auch statt, wenn die Gabeln — in diesem Falle wieder auf Resonanzkasten — so weit jederseits vom Ohre entfernt aufgestellt werden, dass die Primärtöne durch Vermittelung der Luftleitung beide Gehörorgane treffen. Befindet sich dabei beispielsweise die leisere Gabel links und dämpfe ich den Ton rechts durch Anlegen des Fingers, so dafs seine Intensität endlich geringer wird als die des anderen, so zieht sich der Differenzton entsprechend aus dem linken Ohre in das Innere des Kopfes zurück, um allmählich ganz auf das. rechte Ohr überzugehen. 19. Bedient man sich wieder des Kautschuckschlauches wie¬ in Versuch 16, und setzt auf ihn rechts und links von der Mitte eine der Gabeln, welche ungleich laut angeschlagen werden, so wird, wie Herr Dr. Axmann und ich übereinstimmend fanden, der Differenzton stets auf die Seite der leiseren verlegt. Am leichtesten überzeugt man sich hiervon, wenn man die Gabeln abwechselnd in kurzen Pausen anschlägt. Im Momente des Anschlagens springt jedesmal der Dififerenzton auf das Ohr der entgegengesetzten Seite über. Zum Schlüsse die Ergebnisse der Versuche über die Lo¬ kalisation Tartinischer Töne zusammenfassend, finden wir, dafs man den Dififerenzton zwischen die Ohren (in die Medianebene) verlegt, wenn beide Gabeln in der Medianebene aufgestellt, sind, oder wenn die Primärtöne von verschiedenen Seiten derselben kommen, ihre relative Intensität aber gleich ist. Wenn beide Primärtöne den Beobachter von derselben Seite treffen, wird der Dififerenzton in oder unmittelbar vor dem Ohre eben dieser Seite gehört; dagegen auf der Seite der leiseren Gabel, wenn der eine Ton von rechts, der andere von links kommt, und die relative Intensität beider ungleich ist Dafs man ihn in diesem Falle im Gegensatz zu den Schwe¬ bungen auf die Seite des schwächeren Primärtones verlegt,, dürfte seinen Grund darin haben, dass auf dieser Seite ein für seine Wahrnehmbarkeit günstigeres Intensitätsverhältnis der primären Töne obwaltet und er demgemäfs überhaupt nur oder wenigstens überwiegend laut auf dieser Seite auftritt : das. stärker erregte Ohr ist aber bekanntlich bei der Lokalisation einfacher Töne mafsgebend für die Bestimmung der Richtung.