Die innerliche Sprache und ihr Verhalten zu den Sinneswahrnehmungen und Bewegungen. Von Hermann Aubert. Dem Bestreben, die physiologischen und psychologischen Komponenten unserer Sinnesthätigkeit voneinander ahzugrenzen, wird sich auch die Untersuchung komplexer Bewegungsprozesse anzuschliefsen haben, welche sowohl mit den Funktionen der Sinnesorgane, als mit Seelenthätigkeiten eng verbunden sind. Zu diesen Prozessen gehört die Sprache, wenigstens derjenige Teil, welcher kürzlich von Ballet 1 nach dem Vorgänge von Paülhan 2 als „innerliche Sprache“ bezeichnet worden ist, also die Beziehung der Laut- und Schriftsprache zu den Sinnes¬ wahrnehmungen, zu dem Vorstellungsvermögen, dem Gedächtnis für Sinneseindrücke und für gehörte oder gesehene Worte, sowie zu den zum Sprechen oder Schreiben der Worte erforder¬ lichen Bewegungsvorstellungen. Eine darauf zielende Analyse der Sprachkomponenten ist schon in der Mitte des vorigen Jahrhunderts von dem eng¬ lischen Philosophen David Hartley1 3 unternommen worden, welcher unterschieden hat: 1. Die Eindrücke, welche auf das Ohr gemacht werden; 2. die Wirkungen der Sprach Werkzeuge ; 3. Eindrücke, welche durch die Charaktere (Schriftzüge) auf 1 Gilbert Ballet : Die innerliche Sprache und die verschiedenen Formen der Aphasie. Deutsch von Paul Bongers. 1890. 2 Paülhan: Le langage intérieur in Revue philos. 1886, Janv. pag. 34. 8 David Hartley: Observation on man, his frame, his duty and his ex¬ pectations. Übersetzung von 1772 Bd. II, pag. 2—40. (Hartley starb 1757. Eine neue englische Ausgabe seines Werkes ist in London 1843 erschienen.