Yon einigen neuen Eigenschaften der Gefässwand. Von Dr. A. Mosso. Mit 22 Holzschnitten. Der künstliche Blutstrom durch überlebende Organe wurde in früheren Versuchsreihen mit der Absicht angewendel, um neue Erfahrungen über die Reizbarkeit, die Athmung und die Absonderung zu gewinnen. Nun lag es nahe mit demselben Mittel auch die Lebenseigenschaften der Gefässwand zu sludiren, welche unmittelbar auf den Strom zurückwirken. Ihre Befähigung in den Strom einzugreifen der innerhalb des von ihr umschlossenen Raumes verläuft empfängt aber die Gefässwand vorzugsweise durch die veränderliche Nachgiebigkeit des Stoffes aus dem sie gebildet ist. Somit bestand die Aufgabe deren Lösung ich auf den Rath des Herrn Prof. Ludwig übernommen hatte genauer ausgedrUckt darin die Bedingungen aufzusuchen, unter welchen sich der irritable und elastische Tonus der Gefässwand ändert. Dieses Unternehmen könnte möglicher Weise von einer ähnlichen Bedeutung für die Erkenntniss der lebendigen Eigenschaften der Gefässwand und ihres Einflusses auf den Blutstrom werden, wie es die Untersuchungen am ausgeschnittenen Nerven-Muskelprä- parate für die lebendigen Muskelbewegungen geworden sind. Diese Hoffnung geht meiner Ueberzeugung nach ihrer Erfüllung entgegen, wenn auch die vorliegende Untersuchung nur den ersten Schritt auf einer langen Bahn gethan hat. Bevor ich mit der Darstellung meiner eigenen Versuche be¬ ginne darf ich nicht unerwähnt lassen dass sich schon vor mir Herr Prof. P. Heger mit demselben Gegenstände in dem hiesigen Institute beschäftigt hat. Von dem Ergebniss seiner Arbeit gab er in einer Thèse »Experiences sur la circulation du sang dans des Organes isolés Bruxelles 1873« Nachricht. Obwohl Herr Heger