356 mel fi ch fchon während des Lehens gebildet habe, in dem Mayerfchen Falle blofs der Grund entgegen, dafs ein io freier Zutritt der Luft, wie er während des Lehens in den Bronchien angenommen werden kann, der Erzeugung von Schimmel fonft eher hinderlich zu feyn fcheint, die mehr bei einer Zerfetzung von thierifchen und vegetabi- lifchen. Stoffen in einem eingefchränkten Lufträume er¬ folgt. In diefer Rücklicht gölte jene Annahme felblt noch eher in dem von mir beobachteten Falle, indem der Ein¬ tritt der Luft in jene Säcke, die doch wohl nichts anders als degenerirte Luftfäcke waren, durch die Degeneration felbft befchränkt war, während zugleich eine Zerfetzung auf ihrer innern Oberfläche begonnen hatte. Diefe krankhafte Veränderung der Luftfäcke fcheint mir übri¬ gens noch infofern merkwürdig, als fie lieh befonders durch die im Mayer'fchen Falle beobachtete Degeneration der Lungen an die krankhaften Veränderungen der Lungen und anderer dröligen Organe anreiht , die bei in der Gefangenfchaft gehaltenen Thieren fo gewöhnlich find. XI. Vom Pulfe. Vom Profeffor J. DöIImger. Als ich vor einigen Jahren zufällig eine Wafferlei- tung hefuchte , bemerkte ich , dafs man an den ziemlich dicken bleiernen Röhren, in welchen das Waffer durch Pumpen nach der Höhe getrieben wurde, einen deutli¬ chen , dem Pulfe der Arterien überaus ähnlichen Anftofs beim Anfaffen derfelben wahrnehme, fo oft durch den Stofs der Pumpe eine Wafferwelle eingetrieben wird. Da die Röhren fehr ficher hefeftiget find, da man an ihnen gar kein Erzittern wahrnimmt, dadas, was man fühlt, durchaus der Eindruck einer wellenförmigen Bewegung ift, fo konnte ich von dem Anftofse des Stempels der Pumpe den wahr genommenen Eindruck auf die fühlende Hand nicht ableiten •, und fogleich fiel mir der Pulsfchlag ein, um fo mehr, da ich immer bei Vivifectionen die Ar¬ terien unbeweglich gefehen hatte. Meine Sorge war nun,