240 zur Begründiing der Annahme, dafs in den Lungen ein galvanifcher Vorgang Statt finde, auf irgend eine Art nicht blofs das Eine, dafs dort Eiectricität erzeugt werde, fondera auch 'das Zweite und Dritte nachweifen, dafs die erzeugte ftark genug und grade fo gelagert fey, um von der einen Seite der Gefäfswanriungen Stoffe nach der andern verletzen zu können. Das ift aber bisher noch von Niemand gefchehen. Wäre es aber auch ge¬ fchehen, fo bliebe doch die neulich aufgeitellte Behaup¬ tung, es fey in den Lungen ein Vorgang wie in holla- fions Verfuche vorhanden, wobei aber nichts aus der Luft in das Blut übergehe, in einen unlösbaren Wider- fpruche mit lieh felbft. Denn wenn die Stoffverfetzung in Wollaßons Verfuche auch nur einfeiüg feyn, wenn fie hier blofs nach dem negativen Pol hin gefchehen füllte-, fo kann fie doch in den Lungen nicht anders als zugleich nach beiden Polen hin Statt finden, ln jenem Verfuche könnte allenfalls nur der Sauerft off aus einer durch die Eiectricität bewirkten Wafferzenetzung nach dem poiitiven Pole hin übergehen; in den Lungen befin¬ den fich hingegen an beiden Seiten der Athmungsfiäche fowohl durch den pofitiven als durch den negativen Pol anziehbare Stoffe. Betrachten wir nun in der nächften Forifetzung dialer Unterfuchungen die Farbe des Bluts, als angeb¬ lichen Beweis der in dem letzteren in den Lungen vor¬ gehenden Mifc hungsveränderung, um alsdann auch die Kohlentaureerzeugung im Athmen der niederen Thiere in Erwägung zu ziehen. galvanifchen Kettsn, wie diefs in neueren Schriften unbe¬ dingt behauptet worden ift. Dem gläubigen Leier folcher Schriften mufs es wahrlich feltfam Vorkommen, dafs der menfchliche Körper nicht jedesmal, wenn er berührt wird, «lectrifche Schläge austlieilt, wie ein Zitterioche. Intel-