239 und das Natron des Kochfalzes durch ein Stück Blafe oder durch eine dünne Scheibe Kork hindurch, nach der Silberplatte hingeführt wird, fo mufs man zuvor nachweifen, dafs in den Lungen durch die gegenfeitige Berührung der dort vorhandenen feuchten Leiter eine folche Electricität erzeugt werde, die im Stande fey, Stoffe aus den Gefäfsen in die Luftröhrveräftelungen oder aus diefen in jene überzuleiten. Wo ift aber auch nur wahrfcheinlich gemacht, dafs fo eine Electricitäts- erregung in den Lungen Statt finde? Es treten aller¬ dings in und an der Athmungsflache verfchiedene Kör¬ per, Luft, Schleim, thierifche Häute, Blut u. f. w. unter einander in Berührung; aber zur Electricitätser- regung gehört noch mehr als eine auf irgend eine Weife gefchehende Berührung; die Körper, die fich gegentei¬ lig electrifch fpanneu fo'llen, mühen fich gegen einander unter behänderen räumlichen Verhältnilfen, in einer gewiffen Lage, und nicht von anderen umgeben befin¬ den , welche dem Entheben ihrer Spannung entgegen wirken. Ein Haufen durch einander geworfener Zink- und Silberplatten giebt noch keine voltafche Säule, und der thierifche Körper ift darum noch keine Verfchlin- gung galvanifcher Ketten, weil Nerven, Gefäfse, Blut, Häute u. f. w. in ihm neben einander liegen *). Und eben dies gilt denn auch von den Lungen. Man mufs l) Wie finnreich Ritters Beweis von einem beftiindigen Galva¬ nismus im thierifchen Körper auch geführt ift, fo dürfen wir doch nicht vergeffen, da:s derfelbe für das zu Beweifende nichts mehr als einen gewiffen Grad von Wahrfcheinlichlteit giebt, wie fich denn flitter felbft in feinen fpäteren Schrif¬ ten in Betreff der electrifchen Vorgi nge im lebenden Körper etwas von feiner früheren Anficht abweichend erklärt, Aut keinen Fall berechtigt aber jene Beweisführung fund eine beffere haben wir nach Ritter nicht erhalten) zur Aufhellung des Satzes; der lebende Körper, fey, eine Zufammenfetzung von