10t können. Beim Aufhören wohllüftiger Vorftellungen oder Berührungen und beim Nachlaffen des Nerven¬ reizes auf die Ruthenarterien wird der Ruthe weniger Blut zugeführt, die Venennetze entleeren fich allmählig, und fo tritt wieder das richtige Verhältnifs zwifchen dead Zu- und Abftrömen des Blutes in dem Gefäfsfyftem der Ruthe ein; dadurch nun wird die Ruthe wieder fchlaff. Erfolgt hingegen der Begattungsact, fo nimmt die Rigidität der Piuthe wegen des gefteigerten Nerven¬ reizes und des dadurch erhöhten Zufluffes des Blutes bis zum Moment der Saamenergiefsung zu. Ift diefe er¬ folgt, und tritt die Abfparmung in der Nervenaction ein, fo fliefst das Blut in verminderter Quantität zu den Gefäfsen der Ruthe, die Venen leiten das Blut allmäh¬ lig ab, und fö wird die Ruthe welk. Diefe Art der Erection, welche durch die erhöhte Thätigkeit der Ruthenarterien in Folge des Nervenrei¬ zes hewirkt wird, will ich die arterielle Erection nen¬ nen. Ihr ift eine andere Art entgegengefetzt, die ich fogleich näher befchreiben will. Es kann nämlich auch eine Erection der Ruthe erfolgen, die nicht durch das Nervenfyftem und deffen Einflufs auf die Arterien be¬ wirkt wird, fondern durch den verhinderten Abflufs .des Bluts aus den Zellen der Venennetze, in Folge eines Drucks auf die Venenftämme der Ruthe felbi’t, oder derjenigen Stämme, in welche die Ruthenvenen ein- mitnden, fo wie endlich auch bei verminderter Con- tractilität der Venen felbft. Die Venenftämme der Rathe verlaufen, wie bekannt, innerhalb des Beckens in der Nähe der Harnblafe und des Maftdarms, um in die Beckenvenen einzumünden. Starke Anfammlung des .Urins in der Harnblafe, oder Anfüllung des Maftdarms mit Excrementen, oder endlich eine itarke Anfamm¬ lung von Blähungen in den weiten Gedärmen drücken