100 Wärmegefühl, und durch allmähliges Anfchwellen der Ruthe felbft. Alle diefe Erfcheinungen treten um fo fchneller ein, nach Einflüffen, welche die Thätigkeit der Arterien erhöhen , nämlich nach einer reichen Mahl¬ zeit, nach dein Genufs nährender und geiftiger Getränke, und bei vermehrter Wärme der atmolphärifchen Luft. Dagegen erfolgen fie langfam oder gar nicht nach Ein- -flüffen, welche die Thätigkeit des arteriellen Syftems vermindern, nämlich nach Säfteverluft, bei Hunger und Durit, nach dem Germfs kühlender Getränke, bei Kälte der atmofphärifchen Luft, bei deprimirenden Leidenfchaften und Gcmiiihsbewegungen. Die Ur- fache, dafs das Cerebralnervenfyftem einen fo grofsen Einfiufs auf die Arterien der Ruthe hat, liegt wohl darin, dafs diefe Arterien von fo grofsen Nervenzweigen des Cerebralnervenfyftems begleitet find. Ich kenne keine Arterien, ausgenommen die des Antlitzes, welche von fo grofsen und zahlreichen Nerven des Cerebral¬ nervenfyftems begleitet und umftrickt find, als gerade die der Ruthe. Das durch die erhöhte Thätigkeit der Ruthenarterien in vermehrter Quantität zugeführte Blut überfüllt nicht nur das Capiliargefäfsfyftem der Ru¬ the, fondern es ergiefst fich auch in die geräumigen Zellen der Venennetze innerhalb des fehnigen Ueber- zugs, und bringt dadurch die Erection der Ruthe hervor. Die Venen der RuLhe können nicht eben fo viel Blut ableiten als ihnen durch die Arterien zugeführt wird, weil ihre Wände im Verhältnifs zur Gröfse ihres Lu¬ mens ungemein dünn find, und folglich die Stärke ihrer Zufannnenziehung in einem Mifsverhältnifs zu der Menge des zugeführten Blutes fteht, und weil ferner die Stämme der Ruthenvenen im Verhältnifs zu den fehr erweiterten Zellen in dem vermeintlichen fchwam- migen Körper einen zu kleinen Durchrnefi’er haben, um das in die Zellen ergoffene Blut i'chnell ableiten zu