99 Die grofse Aehnlichkeit in der Befchaffenheit und Strucktur des fogenannten fchwammigen Körpers der Ruthe des Menfchen mit dem des Pferdes macht es wahrfcheinlich, dafs auch fie aus erweiterten und ver- fchlungenen Venennetzen beftehe, zwifchen welchen fleh die von Nervenzweigen begleiteten Arterien verbrei¬ ten, und mit den Venennetzen in Verbindung ftehen. Wir wollen nun noch einige phyfiologifche Folge¬ rungen aus diefen Unterfuchungen ziehen. DieErection der Ruthe befteht in einer Anfiillung der Venennetze mit Blut. Diefe Anfüllung kann hervorgebracht werden: l) durch vermehrten Zuflufs des Blutes durch die Arterien, fo dafs zu der Ruthe mehr Blut zu - als ab- geführt wird; 3) durch verminderten Abflufs durch die Venen, fo dafs weniger Blut zu als abgeführt wird; und 3) durch vermehrten Zuflufs des Bluts durch die Arterien, und verminderten Abflufs durch die Venen. Die erfte und am häufigften vorkommende Art der Erection, welche bei jungen, wohlgenährten und blut¬ reichen Männern Statt findet, und zwar bei reichlicher Saamenabfonderung, beim Umgang mit dem weiblichen Gefchlecht, bei Einwirkung der Atmofphäre des weib¬ lichen Körpers *), bei wohllüftigen Vorftellungen, bei wohllflftiger Berührung des männlichen Glieds u. f. w., fcheint durch den Einflufs des Cerebral nerven fy fte 1 n <; auf die Arterien der “Ruthe und durch die dadurch in demfelben erhöhte Thätigkeit bewirkt zu werden. Die durch den Einflufs des Nervenfyftems erhöhte Thätig¬ keit der Arterie der Ruthe äufsert fich durch lebhaf¬ teres Pulfiren der Ruthenarterien, durch erhöhtes l) Es ift eine bekannte Sache, dafs die Männchen der Säugthiere bei dem blofsen Geruch der brunftigen Weibchen Erections» bekommen, G 3