das Blut bel der Erection durch die Arterienzweige der Ruthe ergoffen, und daraus bei der Erfchlaff ung durch die Venenzweige wieder aufgenommen werden. Ruyfch *) hat fogar die Mündungen der Venen, durch welche das in die fchwammigen Körper der Ruthe ergoflene Blut wieder aufgenommen werde, betchrieben und ab- gebildet. Gegen diefe bis in die neuften Zeiten herr¬ fehende Meinung ift Cuvier aufgetreten, nachdem er die Ruthe mehrerer grüfseren Säugthiere, namentlich die des EJephanten zergliedert hatte. Er hält die fchwammigen Körper für ein blofses Netz von arteriel¬ len und venöfen Gefäfsen, und nimmt an, dafs das Blut bei der Erection gar nicht in befondere Räume und Zellen evafn'e , fondern dafs es lieh in jenem Gefäfs- netz anfammle. Um zu erfahren, ob die Meinung der altern Anatomen und Phyliologen, oder ob die Mei¬ nung Cuviers die richtige fey, habe ich die männliche Ruthe eines erwachfenen Pferdes zergliedert. Das, was ich bei der Zergliederung merkwürdiges fand, will ich hier mittheilen. Nach Wegnahme der äufseren von der Haut des Bauches gebildeten Scheide der Ruthe kam ein häufiges und weiches Zellgewebe zum Vorfchein, welches der» nur einfach vorhandenen fchwammigen Körper der Ruthe und die Harnröhre umhüllte. In diefer Schichte des Zellgewebes verliefsen die beiden Riickenfchlag- adern (Fig.I.g. ), die ein grofses Netz bildende Rücken¬ vene (h.) und die Nerven der Ruthe. Ein fehr dicker leimiger UeberZug (C. c. c. c.) fchlofs den fchwammi¬ gen Körper in lieh, und fchickte viele fadenförmige fehnige Aeftchen und Zweige in das Innere des fchwam¬ migen Körpers ab. Zwifchen den Sehnenfafern des Ueberzugs befanden fich viele kleine Oelfnungen, durch welche l) Obfervationes an* tomico • ehirurgicae. Amftel. 1691. p. 134.