19 firicL Der Aufgeregte, finnlidh.Ausfchwéifende bedarf allerdings des häufigen Speil'egemiffes, weil fein ftarkes Âthmèn denfélbert fordert, wie äft'er der ruhige Den¬ ker? Es giebt inde'fs viele Gelehrte, denen bei einer ftiit angeftrengter Geiftesthätigkeit verbundenen fitzen- deti Lebensweife wenig Nahrung hinreicht, und es wird daher fehr wahrscheinlich, dafs das Vielehen bei Ande¬ ren , die mit ruhigem Gernüthe daffelbe Gefchäft trei¬ ben, nur ein kiinftliches Bedürfnis fey. Ein reichli¬ cher Speifegenufs mufs nun aber eine angeftrengtere Verdauung, und wenn diefe zu Stande kommt, eine Anhäufung von Nahrungsftoff und Kohlenfäure im Blute zur Folge haben, beides dann aber ein vermehr¬ tes Athmen, alfo grade das Gegentheil fordern von dem, was dem Denken Bedürfnifs ift. Ein folcher Zwiefpalt zwilchen dem, was die Verdauung, und dem, was die Geiftesthätigkeit fordert, kann dann aber der Gefundheit fchwerlich förderlich feyn, und mufs felbft, bei «ft wiederholter Widerkehr, das Leben in Gefahr fetzen *), Ein nicht unrichtiger Folgefatz aus dem obigen Ergebnifs dürfte noch der feyn, dafs das zum Hirn ge¬ hende Schlagaderblut, da der in den Lungen ihm mit- getheilte Athmungseinflufs höchftens nur zu einem ge¬ ringen Theile für die Geiftesthätigkeit verbraucht wird, eine andere Beftimmung haben muffe, als die zum Dienft für diefe Thätigkeit. Mag auch die Menge von hell- rothem Blut, die zum Hirn geht, nicht fo grofs feyn, als man früherhin wohl angenommen hat, mag fie im¬ merhin, wie Sömmerring lehrt, in Rückficht der Maffe B a I) Es bedarf liier keiner weiteren Ausführung, dafs Nachden- ken und Gehen ebenfalls einen dem Körper nachtheiligen Wiederftreit zwilchen dem AtbmungsbadürfuiXs beider Ver¬ richtungen zur Folge haben muffe.