Ueber die Gase der Hundelymphe. Von Dr. O. Ilanimarsten. Die Gase der Lymphe sind meines Wissens nur einmal untersucht worden. Bei dieser, von Hensen*) ausgeführten, Analyse war jedoch die untersuchte Flüssigkeit unter patholo¬ gischen Verhältnissen abgesondert worden und es konnten wegen mangelnder Hülfsmittel nicht sämmtliche Gase sondern nur die Kohlensäure, und selbst diese nicht nach den vollkommensten Methoden, bestimmt werden. Unter solchen Umständen war es von Interesse neue Untersuchungen anzustellen, um so mehr als diese für die Respirationslehre von Bedeutung werden konnten. Hierdurch bewogen habe ich unter Leitung des Herrn Prof. Ludwig einige Beobachtungen unternommen. Die erste Aufgabe, die gelöst werden musste, bestand darin eine für die Untersuchung genügende Menge möglichst chylus- freier Lymphe aufzufangen ; zu dem Ende wurden grosse Hunde, die während 36 bis 48 Stunden gehungert hatten, zu den Versu¬ chen genommen. Nachdem die Thiere mit Curare gelähmt waren, wurde entweder der ductus thoracicus am Halse, nahe an der Einmündungsstelle in die Vene, aufgesucht, isolirt und geöffnet, dann eine Glascanüle eingebunden und die ausströmende Lymphe unter Luftabschluss über Quecksilber aufgefangen. Die Lymphe strömte bei den verschiedenen Thieren mit einer sehr ungleichen Geschwindigkeit heraus, so dass die Dauer des Auf¬ fangens eine sehr wechselnde ward ; als die Extreme kann ich anführen, dass ich einmal in anderthalb Stunde 160 Cc. erhielt, während in einem andern Falle ein fast ebenso grosser Hund in 1) Virchows Archiv. Bd. 37.