Beitrag zur Frage der sensiblen Leitung im Bückenmarke. Von Nawrocki. Mit einer Tafel. Miescher (Arbeiten aus der physiologischen Anstalt zu Leipzig. Jahrgang I 870 p. \ 72) ist durch seine Versuche zu dem Schlüsse gelangt, dass: die Fasern der nn. ischiadici, welche auf reflectorischein Wege eine Steigerung des Blutdrucks her- vorrufen können nach ihrem Eintritt in die medulla spinalis innerhalb der weissen Seitenstränge verlaufen. Diese Thatsache knüpft an die unbeachtet gebliebenen Erfahrungen von Türck an, welcher schon vor vielen Jahren die Anwesenheit sensibler Fasern in den Seitensträngen des Markes behauptet hatte. Nach den Beobachtungen von Miescher blieb es jedoch un¬ entschieden ob nicht auch ein Theil der sensiblen, auf die Ge- fässmuskeln wirkenden Bahnen längs der grauen Massen des Markes verlaufe. Herr Prof. C. Ludwig forderte mich auf, diese Lücke, welche mein Vorgänger gelassen durch neue Versuche auszufüllen. In der That ist es mir nun durch eine Modification des von Miescher beschriebenen Verfahrens geglückt, die ver¬ langte Ergänzung zu liefern, so dass ich behaupten darf : alle Fasern der nn. ischiadici, welche auf reflectorischein Wege eine Steigerung des Blutdrucks erzeugen ziehen innerhalb der obern Abschnitte des Lendenmarks durch die weissen Seitenstränge hindurch nach aufwärts. Bei meinen Versuchen bediente ich mich der von Miescher ausführlich beschriebenen Hilfsmittel. Die einzige Veränderung die ich an der von ihm benutzten Methode anbrachte bezog sich auf das Verfahren der Markdurchschneidung. Während er um die beiden Seitenstränge isolirt zu durchschneiden ohne zugleich die weissen Hinter- und Vorderstränge und die graue Masse zu beschädigen, zwei kleine Schutzmesserchen nacheinander in die