Die Reizung der Hautnerven durch verdünnte Schwefelsäure. Von Dr. W. Baxt. Mit einer Steindrucktafel und einem Holzschnitt. Seitdem L. Türk ') sich zur Auslösung der Reflexbewegung beziehungsweise zur Prüfung des Empfindlichkeitsgrades sen¬ sibler Flachen einer sehr verdünnten Schwefelsäure bedient hat, ist dieses Mittel sehr häufig in Anwendung gekommen, ohne jedoch jemals eine genauere Untersuchung erfahren zu haben. Bei der geringen Zahl von genau abstufbaren Reizmitteln die uns zu Gebote stehn, und bei der ungenügenden Bekanntschaft mit den Wirkungen der sogenannten chemischen Reize schien es mir keine unnütze Arbeit zu sein, die verdünnte Schwefelsäure nach der genannten Richtung hin genauer zu prüfen. Das Präparat an welchem dieses geschah war der enthirnte Frosch, und die Aufgabe, deren Lösung ich anstrebte, bestand darin, die Zeit zu ermitteln, welche von der beginnenden Ein¬ wirkung verschieden verdünnter Säurelösungen bis zum Ein¬ tritt der reflectorischen Zuckung verstreicht. Die Beschränkung auf dieses scheinbar so kleine Gebiet schien mir nicht bloss in Anbetracht meiner geringen Uebung in physiologischen Ver¬ suchen, sondern auch aus objectiven Gründen räthlich, weil es vortheilhafter erscheinen dürfte eine der zahlreichen Variationen, welche der Versuch vorschreibt genauer als viele nur vorüber¬ gehend zu behandeln. Und trotzdem dass sich meine Auf¬ merksamkeit nur auf ein kleines Gebiet wendete gelang es nicht auch nur dieses nach allen Richtungen hin zu ergründen; in Anbetracht der Erfolge, die mir die Schwierigkeit der Unter¬ suchung zu erringen verstattete, setze ich das wesentliche Ver¬ dienst dieser Mittheilung darin, die wichtige Frage nach der Wirkung chemischer Reizmittel wieder auf die Tagesordnung gebracht zu haben. *) lieber den Zustand der Sensibilität. Zeitschrift d. Gesellschaft. Wiener Aerzte. 1850.