Untersuchungen über einige Giftwirkungen am Froschherzen. Von Dr. O. Schiniedcboig. Die von mir und Koppe angeslellten Vergiftungsversuche mit dem Muscarin ') haben unter anderem ergeben, dass die kleinsten Mengen dieses Giftes einen diastolischen Herzstillstand bei Fröschen herbeifuhren, ohne die Erregbarkeit des Herzens zu vernichten, dass dieser Stillstand ohne anderweitige Eingriffe auf das Herz ein dauernder ist, aber durch geringe Bruchtheile eines Milligr. Atropin, die man dem Thiere subculan injicirt, vollständig wieder aufgehoben werden kann, worauf weitere Quantitäten von Muscarin wirkungslos bleiben. Letzteres findet von vornherein statt, wenn die Injection des Atropins der des Muscarins vorausgegangen ist. Da die Wirkung kleiner Mengen von Atropin auf das Herz sich darin äussert, dass weder durch elektrische Heizung des Vagusstammes noch des Venensinus ein diastolischer Stillstand des Herzens oder auch nur eine Verlang¬ samung seiner Schläge erzeugt werden kann, dass demnach die Theile, deren elektrische Erregung jeno Ilemmungswirkung her¬ vorruft, durch dieses Gift gelähmt werden, so schlossen wir, dass die Wirkung des Muscarins eine entgegengesetzte sei, d. h. dass es sich um eine Erregung derselben Theile handle, die 4) Das Muscarin, das giftige Alkaloid des Fliegenpilzes. Leipzig 4 8(10.