y o r r e d e. ln dem Ziele des Arztes, den Gang des leiblichen Lebens nach dem Belieben der menschlichen Vernunft zu lenken, geht auch das Streben des vorliegenden Lehrbuches auf. Diesem praktischen Zwecke gemäss würde es seinen Antheil an jener Aufgabe für gelöst an- sehen, wenn es Kegeln aufzustellen vermöchte, wie man eine jede Lebensäusserung ableiten könnte aus einer gegebenen Zahl mecha¬ nischer und chemischer Massenelemente, aus ihren Spannkräften, der Geschwindigkeit und Richtung ihrer Bewegung und dem Orte, welchen sie einnehmen. Da der thierische Körper ein Gemenge endlich aus¬ gedehnter Massen ist, die unter sich an Atomgewicht, an Verwandt¬ schaft, an Richtung und Geschwindigkeit der Bewegung verschieden sind, so muss eine Theorie von dem eben mitgetheilten Inhalte allen Anforderungen Genüge leisten, welche der Arzt an die Physiologie zu stellen berechtigt ist. Um diese Behauptung anschaulich zu machen, genügt es, ein jedes beliebige Beispiel aus der ärztlichen Ausdrucksweise in die unserige zu übersetzen. So würde doch offen¬ bar Jedermann, der ein Geschwür erkennen und heilen will, befriedigt sein, wenn man ihm sagen konnte, welche Anziehungen die Atome der Zellen und Faserbündel in Bewegung gesetzt, so dass sie sich aus ihren alten Verbindungen lösen und in das Blut begeben muss¬ ten; und welche Anziehungen die Atome des Blutes, aus denen