484 F. B. Hofmann: (Aus dem physiologischen Institut der Universität Leipzig.) Studien über den Tetanus. II. tTeber (len Einfluss der Reizstärke auf den Tetanusverlauf bei indirecter Reizung. Von Prof. Dr. F. B. Hofmann, Leipzig. (Mit 20 Textfiguren.) Einleitung. Die Untersuchungen, welche in der vorliegenden Abhandlung mitgetheilt werden, sollen in erster Linie der weiteren Analyse jener merkwürdigen Erscheinung dienen, auf welche Wedensky in seinen Abhandlungen das Hauptgewicht gelegt hat, dass nämlich der Tetanus des indirect gereizten Muskels bei Ver¬ stärkung der Reizströme während conti nuirlich er Reizung unter bestimmten Umständen sehr beträcht¬ lich an Höhe abnimmt, um bei nachträglicher Ab¬ schwächung der Reizung sofort wieder anzusteigen. Dieses paradoxe Verhalten des Tetanus ist vor Wedensky nur noch von v. Kries beobachtet worden, der seine diesbezüglichen Versuche mit der elektrischen Sirene (1885, S. 197 ff.) folgender- maassen beschreibt: „Eine zweite Erscheinung will ich hier nur ganz kurz erwähnen; sie besteht darin, dass Oscillationen einer be¬ stimmten Frequenz bei allmählichem Wachsthum ihrer Amplituden nicht immer ein stetiges Wachsen des tetanisirenden Effectes zeigen. Ich habe zuweilen beobachtet, dass bei allmählicher Verstärkung der Ströme der Tetanus ein Maximum erreichte, absank (nicht bis auf Null) und endlich bei noch weiterer Verstärkung wieder anstieg.