Über negative Emp fin dungs werte. Von H. Ebbinghaus. I. Die in den beiden ersten Heften dieser Zeitschrift mitge¬ teilten Briefe Fechnebs über negative Empfindungswerte werden in einer Beziehung für jeden, der von ihnen Kenntnis ge¬ nommen hat, eine äufserst interessante Lektüre gewesen sein, insofern sie nämlich einen anziehenden Einblick in die wissen¬ schaftliche Persönlichkeit ihres Verfassers gewähren. Auf die geistige Unermüdlichkeit des ausgezeichneten Mannes — und, wie ich sagen möchte, latenten Mitbegründers dieser Zeit¬ schrift, — auf seinen durchdringenden Scharfsinn, auch auf seine Zähigkeit in Pesthaltung einmal angenommener Ansichten fällt durch sie ein charakteristisches Licht. Aber wie steht es in sachlicher Beziehung? mit den negativen Empfindungswerten selbst nämlich? Sollte wohl einer der ausgesprochenen Gegner der FECHNERschen Auffassung durch die vielseitige Beleuchtung und Verteidigung dieser Auffassung zu ihr bekehrt worden sein? Oder sollte die vermutlich viel gröfsere Zahl Derer nun wirkliche Klarheit gewonnen haben, welche nicht recht wissen, was sie mit den negativen Empfindungen anfangen sollen, aber freilich auch nicht recht wissen, wie sie von ihnen als einer notwendigen Konsequenz annähernd richtiger Formeln los¬ kommen können? Ich glaube beides nicht, sondern vermute, die meisten Leser der Briefe werden sie mit dem unbestimmten Gefühl aus der Hand gelegt haben, dafs die Sache doch wohl noch irgend einen Haken haben müsse. Freilich hat sie noch einen Haken. Und da die Frage nach den negativen Empfindungswerten nicht nur für sich selbst Bedeutung hat, sondern auch auf die ganze Auffassung