II. REIFE Grafen Hoditz auf dessen Gut Rosswalde in Mähren abstattete. Menzel , zeichnet dazu in phantastischer Gartenarchitektur unter beschnlttenen Taxus- N bäumen einen Weiher, an dessen Ufer ein Meerweibchen mit einem , vor ihr stehenden männlichen Nix in Unterhaltung begriffen ist. Aber I, Geberden und Kostüm beider Fabelwesen zeigen bereits, dass es sich M"; hi r um eine barocke Mask r d h d 1 d A l h e e a e an e t, un 1n n e nung an ergotz- v! liebe Erzählungen Von Zeitgenossen über RosSwalder Vorkommnisse schimpft denn auch, wie es scheint, der biedere frierende Bauer-Nix Weidlich mit I, seiner Gefährtin über die tollen Einfälle ihres gemeinsamen Herrn und über das im mährischen Klima so unzureichende Kostüm. Auch der didaktisch moralisierende Z d ug, em wir bereits in „Kunstlers Vignette aus den Werken Friedrichs des Großen. Erdenwallen" begegneten, kehrt hier wieder. So, wenn die Kopfvignette des sechsten Kapitels „Versuch zur Flucht" ein Ross zeigt, welches den Zügel zerrissen hat und wild davon sprengt, während hinter ihm bereits die ganze Schar der Verfolger auf der Fährte ist; oder wenn die Schlussvignette des dreizehnten Kapitels, das mit einem Ausblick auf den Beginn des ersten schlesischen Krieges schliesst, einen Degen giebt, welcher mit solcher Gewalt auf eine Anzahl von Schreibfedern geworfen ist, dass die Kiele dadurch zerknickt werden. Ähnlich auch die Anfangsvignette des achtzehnten Kapitels: Eine Heerstrasse im Gebirge: ein Kruzifix mahnt an hier einst geschehene schwere That. Noch ist der Pfad menschenleer, die Natur liegt in friedlicher Ruhe; aber bald werden die Heersäulen sich heranwälzen und das alte Elend, von dem das Bildstöckel erzählt, wird sich in trauriger Fülle er- neuernl Mehrfach sind gerade in diesen Kompositionen bereits Motive niedergelegt, die der Meister später in selbständigen Bildern wieder aufnahm, wie z. B. das "Flöten- konzert" S. 596. Die Studien für das Friedrichsbuch, die Menzel in seiner Art gewiss systematischer und gründlicher betrieben hatte, als es wenigstens damals Malersitte war, machten ihn zum intimen Kenner der künstlerischen Erscheinung des Rokoko. Gleichzeitig war ihm eine wissenschaftliche Sicherheit erwachsen, die unmittelbar nach Vollendung der Arbeit für Weber in einem grossen, systematisch geordneten Bilderwerke hervortrat. Es ist dies das sogenannte "Armee- werk", die bildliche Wiedergabe der Uniformierung und Ausrüstung der Friedericianischen Armee. Es erfüllte ihn der eine Gedanke, ein grundlegendes, möglichst vollständiges und zuverlässiges Studienmaterial für künftige, im monumentalen Sinne aufzufassende Dar- stellungen jener Epoche zu schaffen. Damit dies er- reichbar werde, unternahm er es, die noch erhaltenen Reliquien des grossen Königs, die dem allmählichen Unter- gange enßgegengingen, gewissenhaft im Abbild festzuhalten. Ein Kreis befreundeter Männer, unter denen besonders ein Herr von Minutoli, der älteste Sohn des bekannten Generals, zu nennen ist, suchte Menzel zu bestimmen, diese Arbeiten bis zu einem gewissen Grade zum Gemeingut zu machen. Karl Schultz bot seine Mitwirkung an, ermüdete Adolph Menzel.