572 Eingeweidelehre. durch das Bauchfell, das ihn vornen und an den Seiten überziehfund gewöhnlich einen Streifen seiner Wand an der hinteren Seite frei lässt, an die hintere Bauch- wand geheftet und durch lockeres Bindegewebe mit ihr verklebt. Er liegt dabei der Fascie, die den M. quadratus lumborum und die vordere Fläche" der Niere überzieht, an. In einzelnen Fällen drhält er einen vollständigen Bauchfellüberzug und ist dann an ein deutliches, aber kurzes mesocolou dextrum angeheftet. Der Quergrimrndarm, colull transversum, verläuft von der Regio hypo- chondriaca dextra durch den obId-Fdikiiäwlheliiüäfegio umbilicalis leicht ansteigend zur Regie hypochondriaca sinistra. In manchen Fällen ragt er {bis zum Nabel, ja. selbst noch tiefer herab. An jedem Ende drängt er sich stark nach rück- wärts und liegt der hinteren Bauchwand mehr oder weniger dicht an, aber in der Mitte krümmt er sich nach vornen und legt sich dicht an die vordere Bauchwand. Auf diese Weise beschreibt er einen durchtlas mesucolon transversum fixirten Bogen, dessen Concavität gegen die Wirbelsäule hin und nach aufwärts gerichtet ist. Nach oben hin berührt der Quergrimmdarm die untere Fläche der Leber, die Gallenblase, die grosse Curvatur des Magens und das untere Ende der Milz. Links rückt er etwas höher in die Bauchhöhle hinauf, als rechts. Unter ihm liegen die Schlingen des Jejunums und nach hinten das Endstück des Duodenums. Seine vordere Fläche wird von dem Bauchfelle des Netzbeutels, seine hintere Fläche von einem Blatte des grossen Bauchfellsackes vollständig überzogen. Der absteigende Grimmdarm, colon descellllens (c0l0n sinistrum), geht aus dem Grirnindarme durch die zweite Krümmung, llexura 001i sinistra (ßexura coli semmda, S. splenica, Milzkrümmung), hervor, durch welche der _Grimmdarm ziemlich scharf nach abwärts biegt und durch die Regiones hypo- chondriaca et lumbaris sinistrae zur linken Darmbeingrube gelangt, wo er die dritte Biegung eingeht. Diese Grifnmdarmabtheilung liegt in der Regel, nament- lich oben, noch etwas weiter der Mittellinie der hinteren Bauchwand zugedrängt, als die rechte; sie ist vorn und an den Seiten mit Bauchfell überzogen, liegt nach hinten ohne Bauchfellüberzug dem "linken Lendenschenkel des Zwerchfelles: dem viereckigen Lendenmuskel und der linken Niere an und wird vorn 1'011 einigen Dünndarmschlingen bedeckt. Die dritte Grimmdarmbicgung, tlexura sigmoidea (flexura 00h iliaca, s. inferior, romanum, Hüftkrümmung), besteht aus einer doppelten Biegung des Grimmdarmes in Gestalt eines etwas verdrehten S, welche in der linken Darmbeingrube beginnt, mehr oder weniger weit nach rechts hinüber-biegt und in der Gegend des Promontoriums in "den Mastdarm übergeht. In der Regel findet dieser Uebergang an der Articulatio sacro-iliaca sinistra statt, öfters aber Wechselt auch die Stelle und rückt weiter nach rechts hinüber. Das S romanllm ist vollständig mit 85116111 Bauchfellüberzuge versehen, der ein ziemlich langes , Gekröse, mcsocolon llexurae sigmoideae, bildet, durch welches der Darm äusserßt beweglich an die linke Darmbeingrube befestigt ist. Diese Darmabtheilung liegt entweder dicht hinter der vorderen Bauchwand oder ist nur durch wenige darmschlingen von ihr getrennt; sie ist die engste Abtheilung des Grimmdarmee" Die Flexura sigmoidea ist bedeutenden "Aenderungen ihrer Lageverhältnissc unteYW0rfeP' Während sie meist in kurzer Biegung an dem Promontoiium her in das Becken steigt, kann "13 sich in anderen Fällen sehr stark nach rechts hinüber biegen und bis zum Coecum oder gßr D15 zur Leber reichen und sich dann erst zum Becken zurück wenden. Sie ist dadurch unter Um" standen Zerrungen durch die Bewegungen des Diinndarmes ausgesetzt.