as Bed�rfnis nach Schaufensterfl�che w�chst im Detailhandel fortw�hrend. Bekannt sind die lJadenausbauten, wie man sie beispielsweise am Semperhause sieht, die eigentlich ein althamburgisches Motiv wieder aufnehmen. Eine gro�e Hilfe bei der Befriedigung dieses Verlangens leistete der Technik das Eisen. Zuerst wurden die massiven Mauerpfeiler der Fronten durch d�nne Eisensaulen abgel�st, die in der 6lasflucht der Schaufenster stehen und diese nur wenig unterbrechen. fluch das gen�gte nicht mehr. Der kechniker war nur zu bereit, dem Wunsche des cadenbesit7ers zuliebe die lIfeiler im innern zu umkleiden; der 6laser packte Spiegelglas herum, und der cadeninhaber, dem die iirchitektur des Hauses selbst- verst�ndlich auch ,,schnuppe" war, h�ngte seine Str�mpfe und Spitzen daran. Die best- gemeinte lirchitektur aber wird zunichte, sobald die sichtbaren tragenden teile verdunkelt werden; welch ein Wider�nn ist es doch, ein gro�es Bauwerk wie das moderne 6eschafts- haus mit zimperlichen Dingen wie Manufakturwaren, E�waren usw. gerade an seinen tragenden Konstruktionsteilen zu behangen. Der Einwand jedoch, da� das �eschaft unter der i1rchitektur nicht leiden d�rfe, ist durch- aus berechtigt. Der Zweck ist die Hauptsache, und die Technik hat die hufgabe, dies m�glich zu machen. Der dann zustande kommende selbstverst�ndliche l-lusdruck durch die Konstruktion ist ohne weiteres flrchitektur, einerlei, ob sie uns ungewohnt ist oder nicht. in der tat ist die Technik dahin gelangt, da� sie dem Bed�rfnis nach viel Schaufenster im h�chsten 6rade zu gen�gen vermag. Sie kann fast die ganze l-ront des Hauses von einem Ende zum andern und von oben bis unten Schaufenster werden lassen, und zwar in so gro�er ununterbrochener Fl�che, als das 6las selber es zul��t. Das technische Mittel daf�r liefert wieder das Eisen, es ift die kIUskragung. Das Wort ist fast jedem Hamburger gel�ufig. Er kennt es von unsern k""achwerkbauten her, bei denen vielfach jedes obere Stockwerk das untere �berragt, so da� das ganze Haus sich vorn�ber zu beugen scheint. Man nennt das Vorkragen. Die kechnik hat es n�mlich fertig gebracht, die tragenden Senkrechten der i-ronten bis hinter die Schaufensterauslage zur�ckzur�cken. 0berhalb der cadengeschosse tragen dann weit auskragende Tr�ger den oberen teil der I-assade. Hierdurch hat der cadeninhaber seinen Wunsch befriedigt. Seine gro�en cadenscheiben gehen in einem von unten nach oben und von einem Hausende zum andern durch, nur unterbrochen von eisernen Stielen und Riegeln, an denen die Scheiben befestigt sein m�ssen. Was also im Bereich der cadengeschosse als Eisen sichtbar ist, hat mit der tragenden Konstruktion nichts zu tun, sondern h�lt nur die Scheiben in ihrer Umrahmung l1bbildung l3. l"iichtbefriedigt aber sind anscheinend die meisten Hrchitekturfreunde und viele gewissen- hafte l1rchitekten. nun fehlt ihnen ja jeglicher Fu� f�r den ganzen l-assadenaufbau. Scheint er doch auf der zerbrechlichen Spiegelscheibe zu ruhen. Wir sind es eben gew�h11k- MS 1"ragende am Bauwerk zu sehen, und bisher beruhte so meinen wir wenigstens unsre Vorstellung von lirchitektur darauf, da� man das Zusammenwirken der Konstruktionsteile sehen konnte und dadurch einen gef�hlsm��igen Eindruck empfing. ist es aber notwendig, da� man das 1"ragende unmittelbar sehe? Gen�gt es' nicht auch- wenn es nun einmal von konstruktionswegen unsichtbar ist, da� man es sp�re, indem man seine Wirkung sieht? Das Haus steht ja doch, wenn auch f�r unser kluge mit ungewoht1tel1 Mitteln, und damit sollte unser Eef�hl sich absinden. Allerdings ist dann ein teilweises Umdenken unserer bisherigen Vorstellung von l-lrchitekt.ur n�tig, und ein vollst�ndiges Umlernen unseres architektonischen Eefuhls. Es.verhEli mit der Konstruktionswirkung genau wie mit der Materialwirkung auf dem 6ebiete der an- gewandten Kunst. Das Material soll mit feinem Wesen zur Eeltung kommen; das h7li?k II?2I" nicht, da� es dies unmittelbar soll. Die l"iatur belegt Bronze und Kupfer mit Patina, den Stein mit Moos; wir tragen Farbe auf das Holz. Elle Materialien werden unsichtbar, aber nicht unfp�rbar. Wir sehen die Wirkung in der Struktur des Werke-s. jedes Mater1a hat seine l-ormungsm�glichkeiten, seine Verarbeitungsm�glichkeiten in R�cksicht auf einen bestimmten Zweck; man vergleiche die bedeutsamen Untersuchungen von Friedrich pFSMt seiner ,,kIsthetik", wo er dies 6ebiet ausf�hrlich und scharfsinnig behandelt. So aucl1II11;n Konstruktion; notwendig ist nur, da� sie richtig ist, in sich so straff, frei von allein �bet'fI es ger- Material und �berfl�sslgen Teilen ist, wie der Standpunkt unseres technisCl1TI1 KOU"TI?m teile laubt, und ganz besonders ist das n�tig beim Eisenstil. 6erade wo die hauptt;,�gfUS wirken unsichtbar werden, ist es n�tig, da� das Wesen der Konstruktion durch iht' ;ShTeWMmfe einen auch ohne die vermittelnde Hilfe des Sehorgans deutlich ll1�rbaren l1usdru 79