der Götrter. Z; vielleicht wären die Griechen dadurch auf die Gedanken gerathen, die Götter in Werten Gestalten abzi1btlden. Inzwischen ist die erste Meinung dieses (sJeschicl)tscl)rei- be-es daß der Göi3endienit aus Egypten nach Ei-ieel)enla"nd gekom- men, weit dieses das älteste Volk gewesen ist, welches den Göttern Tempel, Al- tcire, und Bilder gewidmet hat. So wie der Bilder-dienst Von den Egt)ptern auf die Griechen kam, so erhielten ihn die Römer wieder Von den Griechen. Als Marcellus die Stadt Svracuia in Si- cilien croberte , führte er alle Kostbarkeiten, und unter andern auch eine Menge Sta- tuen der Götter fort, und zu Rom in Triumph auf. Dadurch bekamen die R-Zn1er einige Kenntniß von den schönen Statuen der Griechen. Sie hatten einen grossen Gefallen daran, und von der Zeit nahm die Anzahl der Statuen in Rom immer mehr und mehr überhand, und die Römer ß"engen an, die Tempel und Städte, welche sie nachgehends eroberten, aller Statuen und Gemcilde zu berauben. Plutarch erzehlt, Marcellns habe sich gerühmet, daß er den Römern diesen Geschmack beygebracht. Tertullianus versichert, daß Ruma einen Gbtterdienst ohne allenPracht- und ohne Bil- der eingefiil)rthabe.; hingegen machte einer seiner Nachfolger, TarquiniusPriscus, wel- cher griechischer Abkunft und in der Religion der Etruscer nicht unerfahren war, die Römer zuerst mit dem Bilderdienit bekannt. Wir wissen aljb woher die Griechen und Römer ihren Bilder-dienst bekommen, wvher er aber in Egvpten entstanden, ist ungewiß, wenigstens hat man verschiedene Meinungen davon. Einige glauben sie wären anfangs den-Helden die lich im Kriege besonders hervorgethan , und den Königen welche löblich über ihr Land regiert, zu Eh- ren errichtet worden, um das Andenken derselben bei) der Nachwelt zu erhalten, und andre zu ermuntern, diesem Beyspiel zu folgen, und sich einer ähnlichen Ehre theil- haftig zu makI)cn. Dieses l)ekrastiget auch Eusebius;- er sagt, man habe Verdienstvol- ten Männern Bildsäulen gesetzt, um zu zeigen, wie hoch man diejenigen scha"He, wel- che sich durch die Rechtschaffenheit und gute Handlungen herVorthaten. Snidas will , daß CI-eruch, einer Von Jai)hets Nachkommen, der erste gewesen, welcher E:elegenl)-sit zum Bilderdienst gegeben, indem er BildnisTe der Helden, um solche insLsJiidenken zu erhalten, verfertigt- und andern statt der Götter, weil sie den Menschen grosse Wohlthaten erwiesen, vorgestellt habe. Verschiedene Könige liessen sich wohl gar selbst S3tat1ienselzen, und solchen gbttlicl)e Ehre erweisen, wie denn von der -Semiramis erzahlt wird, daß sie sich eine ungeheure Statue errichten lassen, nnd his.nde-:t Priester zu deren Dienst verordnet habe. C-usebius gedenkt eines vor- nehmen Mannes in Egi)pten, welcher seinem Sohne, den er ausserordentlich geliebt hatte, nach seinem Tode eine Statue aufrichten ließ, für welche die Knechte, wenn sie ihres .tJ3errnUnwillen gegen sich Vermerkten, nieder fielen, und um Vergebung baten, da ihnen der Herr aus Liebe zum Sohne berziehe; worauf sie denn dieses Bildniß mit Blumen bekrönten, und ihm Geschenke brachten. Auf diese Art hat man ber- muthl.ieh nach und nach angefangen auch andre Statuen zuerrichten, ihnen eine Art Von Dienst zu wiedmen, und allerlei) Rahmen von Göttern beyzulegen. Man gab den Göttern eine menschliche Gestalt, nicht deswegen, weil man glaubte, als wenn sie Vollkon1men so wie die Menschen gebildet wären, sondern weit man es, wie Varro sagt-, sue wahrscheinlich hielt, daß einige Aehnlichkeit zwischen heyden seyn könnte, da die Seele den Gott-ern so nahe käme, und so wie diese unsicht- bar wäre. Prometheus soll der erste gewesen seyn-, der eine mensci)iiche Figur aus Thon bildete- und dadurch Gelegenheit zn(g5rßndung der Bildhauerku;1it ggd, -D arau