der Götter. Z; der Weisheit- und den Geheimnissen der cigyptischen Priester zu unterrichten, die Griechen sage ich, behielten diese Anzahl bey. Die Pi)khagoräer gaben daher einem jeden Zeichen des Thierk"reises eine besondre Gottheit, und durch diese wurde ihrer Meinung nach alles regieret. Eine jede derselben regierte vornämlich in einem Mo- nate. Sechs waren männlichen und sechs weiblichen Geschlechts. Ennius hat sie in folgende zwei) Verse gefaßt: Juno, Vel7ca, Minerva, Co:-es, Diana, Vek1us, Mars, Mc-:rcurius, Jovis, Ncptunus, Vu1canUs, Apollo. Die Römer nannten Ae Consenccs. weit sie dem Jupiter mit gutem Rath bewun- deU, sie l)eiffm auch 8enato1-es Und con1Iliarii. Wir Juden daher beym Homer und Virgil, daß Jupiter , welcher allemal der vornehmste Gott ist, einen Rath oder eine Versammlung der Götter zusammen be- tUft, wenn wichtige Dinge zu berathschlagen Vorfallen, wiewohl die Dichter ihm doch die Entfcl)eidnng der Sachen beimessen, und die andern nur als Rathgeber ansehen. Die andern grossen Götter konnten zwar auch strafen, sie führen daher auch zuweilen den Donnerkeil, eigentlich aber kommt die strafende Gewalt dem Jupiter zu, dessen vor- zügliches Attribut der Blil5 ist, mit dein er strafen konnte, wenn er es für gut befand. Diese Götter waren nach den Erzehlungen der Dichter sehr laslerhaft, sie be- giengen die grdbs"ten Ausschweifungen, und liessen sich durch Zorn, Liebe und andre Leidenschaften hinreissen. Sie hielten sich bald hier bald dort auf, obgleich der obern Götter ihr A"usfenthalt meistens im Himmel war. Die .Halbgbtter lebten meh- rentheils auf der Erde und im Wasser. Sie waren auch nicht alle unsterblich; Die Nymphen lebten nur eine gewisse Zeit; Pausanias gedenkt der Gräber der Silenen, welche zu "Pergamus in Asien zu schen waren. Die Begriffe die sich der gemeine Mann von den Göttern machte, waren so wunderbar, daß die Verniinftigen daher Gelegenheit nehmen muiten, darüber zu spot- -Ji,"zfFks,. ten. Lucian ist ein Beweis davon, welcher sicl) in seinen Gesprächen über die (sIöt-Yh22-Ei-;--: tergeschichte sehr lustig macht. Viele Weise dachten von GOtt weit vernünftiger,k-I. und wenn ihre Begriffe gleich dunkel und mit Unrichtigkeiten vermengt waren, so hiel- ten sie ihn doch für ein uniterl)liches unsichtbares Wesen, das sich unter keiner Gestalt bilden läßt. Antisthenes, der Stifter der eyni"schen Sekte sagte: GOtt könne nicht mit Ieiblichen Augen gesehen werden, und net) keinem sichtbaren Dinge gleich, dieje- nigen i"rrten folglich sehr, die sich ihn unter einer gewissen Gestalt vorstellten. Nach dem Xenophon, einem Schüler des Sokrates, giebt GOtt allen Dingen Leben und Bewegung, seine Gestalt und Wesen läßt lich aber von Menschen nicht ergründen. Xenophanes lachte über die Thorheiten der Menschen, welche die von Polyklet, PM- dias und andern Meinem verfertigten herrlichen Statuen gottlieh verehrten, er elzte hinzu, wenn die Pferde und Elephanten, Verstand hatten, und im Stande wären Figuren zu bilden, so würden sie lich auch Götter ihres gleichen schaffen. Eben dieses führt auch Cicero in seinem Buche von der Natur der Götter unter der Person des Cotta wieder die Epicurer aus. Die Juden hatten allein die Erkenntniß Vom wahren GOtt, und walten daß er ein Geist fey, der sich nicht begreiifen, Und Unter keiner Gestalt abbilden läßt. Sie durften sich nach dem ausdrücklichen göttlichen Befehl kein Vildniß machen, da- her der römische Gefchichtschreiber Taeitus sagt, die Juden hätten es für einen Fre- 11l. H-:uptch. v111.Band. (e) ver